Ausgaben für Physiotherapie und Logotherapie in Thüringen stark gestiegen

Erfurt, Dezember 2016

Die Ausgaben für ärztlich verordnete Behandlungen wie Physio-, Ergo- oder Sprachtherapien sind in den vergangenen Jahren in Thüringen stark gestiegen. Allein bei der Barmer erhöhten sich die Ausgaben seit 2013 um rund 13 Prozent auf knapp 20 Millionen Euro. Auffällig sind dabei erhebliche regionale Unterschiede. Während beispielsweise im vergangenen Jahr in Bremen für Physiotherapien 46 Euro pro Versicherten ausgegeben wurden, waren es in Thüringen 55 Euro und in Berlin 84 Euro. „Diese enorme Spannweite lässt sich kaum medizinisch oder durch regionale Vergütungsunterschiede erklären. Offenbar gibt es sehr unterschiedliche Herangehensweisen der Ärzte bei der Verordnung“, erklärt Robert Büssow, Sprecher der Barmer in Thüringen. Es sei dringend erforderlich, die ärztlichen Leitlinien zu konkretisieren, die für eine Verordnung maßgeblich sind. Bisher werde in den Leitlinien der gezielte Gebrauch von Heilmitteln (das sind persönlich zu erbringende medizinische Leistungen) kaum thematisiert. Dies umso mehr, da der Nutzen vieler Heilmittel nicht hinreichend durch Studien belegt ist.

In Thüringen arbeiten überdurchschnittlich viele Physiotherapeuten

Physiotherapie besteht hauptsächlich aus Leistungen wie Krankengymnastik, Massagen, Thermo- und Elektrotherapie. Mehr als jeder zweite Patient leidet an einer Erkrankung der Wirbelsäule, rund 52 Prozent der verordneten Physiotherapien gehen auf Unfälle zurück. Die Zahl der Verordnungen steigt mit dem Alter: In der Generation 65plus hat im vergangenen Jahr jeder vierte Versicherte eine Physiotherapie erhalten. Nach Erhebungen der BARMER kommen in Thüringen auf 1000 Einwohner rund 1,05 Physiotherapeuten – das sind etwa 17 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt (0,898). Nur in Brandenburg, Hamburg und Berlin gibt es vergleichsweise mehr Physiotherapeuten.

Höchste Ausgaben bei Hilfsmitteln bundesweit

Bemerkenswert sind auch die hohen Ausgaben für verordnete Hilfsmittel, also Prothesen, Inkontinenzhilfe, Schuhe oder Bandagen. Pro Versicherten wurden für diese Hilfsmittel in Thüringen 125 Euro ausgegeben – rund 15 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Hilfsmittel gewinnen in einer alternden Gesellschaft natürlich an Bedeutung. Auch der technische Fortschritt, darunter neue Werkstoffe und Herstellungsmethoden tragen dazu bei. „Davon profitieren unsere Versicherten in Thüringen natürlich. Dennoch ist es verwunderlich, warum die Ausgaben rund 30 Prozent höher sind als beispielsweise im Saarland oder in Baden-Württemberg. Der Bereich der Hilfsmittel ist zwar im Vergleich zu den Ausgaben für Krankenhäuser oder Arzneimittel deutlich kleiner, dennoch gilt auch hier der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit. Es handelt sich schließlich um das Geld aller Versicherten“, erinnert Büssow.

Ausgaben pro Versicherten im Jahr 2015

Tabelle Heilmittelreport Thüringen 2015  

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Physiotherapeutin und Patientin

Als Bildtext schlagen wir vor: Die Ausgaben für Physiotherapie sind in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen.

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Robert Büssow,
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E-Mail: robert.buessow@barmer.de
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Webcode dieser Seite: p006943 Autor: Barmer Erstellt am: 20.12.2016 Letzte Aktualisierung am: 01.02.2017
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