Tückisches Rheuma bei Kindern - Telemedizinisches Konsil im BARMER Kinder- und Jugendprogramm hilft

Jedes Jahr erkranken etwa 1.500 Kinder in Deutschland an Gelenkrheuma. Insgesamt gibt es hierzulande etwa 15.000 betroffene Kinder und Jugendliche. In Schleswig-Holstein dürften dementsprechend mehr als 500 Kinder daran leiden. Die Symptome von Rheuma sind bei Kindern jedoch schwer zu deuten. „Gerade kleine Kinder können Rheuma-Beschwerden noch nicht klar äußern und fallen eher durch Verhaltensänderungen auf. Das Kind möchte morgens nicht mehr aufstehen, ist häufig schlecht gelaunt, weniger leistungsfähig oder will nicht mehr selbst laufen,“ erklärt Dr. Bernd Hillebrandt, Landesgeschäftsführer der BARMER für Schleswig-Holstein. Wenn schmerzende Gelenke sich warm anfühlten und das Kind diese nicht mehr belasten wolle, sollten Eltern den Kinderarzt aufsuchen.

Rheuma bei Kindern: Erkrankung mit vielfältigen Symptomen

Gelenkrheuma bei Kindern und Jugendlichen, im medizinischen Fachjargon Juvenile idiopathische Arthritis (JIA) genannt, ist auf eine Störung des Autoimmunsystems zurückzuführen. Das körpereigene Abwehrsystem, richtet sich gegen die Gelenkinnenhaut, wodurch es zur Entzündung kommt. In der Folge wird mehr Gelenkflüssigkeit gebildet, und das Gelenk schwillt an. JIA kann sich aber zusätzlich in verschiedenen Organen äußern, zum Beispiel an Augen, Nieren oder Haut. „Wird die Erkrankung nicht therapiert, kann das betroffene Gelenk allmählich zerstört werden und Fehlhaltungen, Wachstumsstörungen sowie Muskelschwund die Folge sein“, so Hillebrandt. Mit der richtigen Therapie und einem frühzeitigen Therapiebeginn bestünden aber gute Chancen, die Erkrankung zur Ruhe zu bringen. Sie solle möglichst fachübergreifend stattfinden und neben Arzneimitteln auch Krankengymnastik und Ergotherapie beinhalten.

BARMER vernetzt Ärzte online

Die BARMER ermöglicht im Rahmen ihres Kinder- und Jugendprogramms mit dem telemedizinischen Mitbeurteilungssystem PädExpert einen unkomplizierten Austausch zwischen Pädiatern und einem Fachkollegen, in diesem Falle mit einem Kinderrheumatologen. Diese können sich jederzeit online kurzschließen, um sich bei Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle abzustimmen. „Familien, die im Kinder- und Jugendprogramm der BARMER eingeschrieben sind, werden so zusätzliche Besuche beim Spezialisten und weite Fahrten erspart“, unterstreicht der BARMER-Landeschef die besonderen Vorteile in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein.

Über das Expertenkonsil mit Kinder-Rheumatologen hinaus umfasst PädExpert aktuell 20 weitere Indikationen, beispielsweise auf den Gebieten Kinder-Kardiologie, -Hämatologie, -Allergologie, und –Neurologie. Alle Indikationen und weitere Informationen finden Interessierte unter www.paedexpert.de.

Webcode dieser Seite: p011456 Autor: Barmer Erstellt am: 07.05.2019 Letzte Aktualisierung am: 07.05.2019
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