Mascha Minou Lentz: Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen – Nur Risiken oder auch Chancen?

Was passiert, wenn Gesundheitsdaten mit künstlicher Intelligenz wie „Cognitive Computing“ verarbeitet werden? Kann mit dem Einsatz von kognitiver Technologie die Arbeit im Gesundheitswesen verbessert werden? Oder besteht die Gefahr, dass der technische Fortschritt zu weit in den Vordergrund und dafür die Gesundheitsversorgung des Menschen mehr und mehr in den Hintergrund tritt? Neuer Inhalt Mascha Minou Lentz

Kognitive Technologien, wie etwa das sogenannte „Cognitive Computing“, nehmen in immer mehr Unternehmensbereichen Einzug. Bei Krankenversicherungen helfen maschinelle kognitive Dokumentenanalysen und emphatische Chatbots dabei, die Prozesse zu automatisieren. Die kognitive Analyse von Patientenakten kann Krankenhausärzte dabei unterstützen, einen schnelleren und strukturierten Überblick über den Gesundheitszustand des Patienten zu erhalten sowie auf Basis von Behandlungsempfehlungen die Therapie-Entscheidung zu treffen. Dabei ist wichtig, dass die letztendliche Therapie-Entscheidung zu jeder Zeit in den Händen des Arztes liegt. Im Rahmen der Versorgung von Demenzpatienten kann mit Hilfe kognitiver Technologien wie beispielsweise dem Einsatz von Robotik-Lösungen dazu beigetragen werden, dass die Patienten länger im häuslichen Umfeld versorgt werden können. Kognitive Robotik-Lösungen können zum Beispiel an die tägliche Medikamenteneinnahme erinnern, Gefahren erkennen und direkt melden sowie eine Form von Kommunikation und Interaktion (beispielsweise Denksportaufgaben etc.) bieten.  

In welchem Umfang sollen künstlich intelligente Technologien Einfluss auf den Menschen nehmen?

Der rasant fortschreitende technologische Fortschritt sowie die Herausforderungen des demografischen Wandels fordern einen kritischen politischen und gesellschaftlichen Diskurs.  Es gilt, Risiken wie auch Chancen sorgfältig abzuwägen und sich der Thematik der Einsatzmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen offen zu stellen. Hierbei sind auch ethische Gesichtspunkte nicht zu vernachlässigen. Jeder sollte sich mit der Frage auseinandersetzen, in welchem Umfang und in welchen Bereichen es sinnvoll oder kritisch sein kann, wenn künstlich intelligente Technologien Einfluss auf das Leben eines Menschen nehmen.

Webcode dieser Seite: p008399 Autor: Barmer Erstellt am: 11.10.2017 Letzte Aktualisierung am: 11.10.2017
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