Impfquoten bei den Schuleingangsuntersuchungen: Gute und weniger gute Entwicklungen

In allen Bundesländern werden regelmäßig Daten zum Impfstatus der Schulanfänger erhoben. Die rechtliche Grundlage dafür bietet das Infektionsschutzgesetz. Das Robert Koch-Institut (RKI), an das die Meldungen aus allen Bundesländern übermittelt werden, hat jetzt die Impfquoten für 2016 veröffentlicht. Verglichen mit Daten aus früheren Jahren zeigt sich für Schleswig-Holstein ein uneinheitliches Bild. Einzige nahezu Konstante: Für rund 91 Prozent der Kinder wurde bei den Schuleingangsuntersuchungen der Impfausweis vorgelegt.

Steigende Impfraten sind seit 2006 bei Masern, Mumps und Röteln feststellbar. Für die erste Impfung gegen diese Krankheiten liegen die Quoten über 96 Prozent, für die zweite Impfung bei knapp unter 94 Prozent. Das bedeutet bei der ersten Impfung einen Anstieg der Impfquoten um 2,2 Prozent bei der Masern- und Mumps-Impfung und 2,4 Prozent bei der Röteln-Impfung. Bei der zweiten Impfung stiegen die Quoten seit 2006 um 10,7 bis 11,5 Prozent.

Für die Varizellen-Impfung, Meningokokken-C-Impfung und Pneumokokken-Impfung liegen keine so weit zurück reichenden Zahlenreihen vor, da diese Impfungen erst seit 2004 bzw. 2006 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen wurden. Allein von 2011 bis 2016 sind die Impfquoten hier aber deutlich angestiegen. Die Impfraten liegen aktuell zwischen 88,6 und 91,9 Prozent.

Demgegenüber rückläufige Impfraten lassen sich bei Diphterie, Tetanus und Poliomyelitis feststellen. Die Impfquoten gingen hier seit 2006 um vier bis fünf Prozent zurück. Die Pertussis-Impfquote ist seit 2011 zwar leicht zurück gegangen, liegt mit 93,7 Prozent aber nur leicht unter dem Wert von 2011 von 94,2 Prozent.

„Die Impfquoten lassen einerseits darauf schließen, dass öffentliche Diskussionen, die es insbesondere immer wieder zum Thema Masern gibt, Einfluss auf das Impfgeschehen haben und sich Quoten steigernd auswirken. Bei nicht so sehr im Fokus stehenden Impfungen tritt scheinbar eine gegensätzliche und nachlassende Wirkung ein. Wir müssen daher Anstrengungen unternehmen, die Aufmerksamkeit gleichermaßen auf alle Impfungen zu richten und jeder Form von Impfmüdigkeit entgegenzuwirken“, erklärt Schleswig-Holsteins Barmer Landesgeschäftsführer Dr. Bernd Hillebrandt.

Informationen zu den Impfquoten bei den Schuleingangsuntersuchungen in Deutschland 2016 hat das Robert Koch-Institut im Epidemiologischen Bulletin 16/2018 veröffentlicht.

Webcode dieser Seite: p009452 Autor: Barmer Erstellt am: 14.05.2018 Letzte Aktualisierung am: 14.05.2018
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