Wie smart wird die Gesundheitsversorgung?

Die Digitalisierung des Gesundheitssystems ist in vollem Gange. Was es schon gibt und was noch kommt, erfuhren Zuhörer in der siebten öffentlichen Veranstaltung der Gesprächsreihe Digitalisierung, die die Kieler CDU parteiübergreifend ausrichtete.

Dr. Bernd Hillebrandt, Landesgeschäftsführer der Barmer in Schleswig-Holstein, referierte über die Chancen und die Risiken der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Die Kundenerwartungen an Bequemlichkeit, Verfügbarkeit und Service ändern sich durch neue, digitale Angebote radikal. Die Digitalisierung ermöglicht den Patienten eine aktivere Rolle, die sie auch gern annehmen. So nutzen immer mehr Menschen Schrittzähler, Kalorienzähler, Pulsfrequenzmesser oder Periodentracker. Nie waren Patienten besser vor Arztbesuchen informiert als heute. Auf der anderen Seite besteht Unsicherheit, wohin die Reise geht. Viele fragen sich, ob eine künstliche Intelligenz (KI) bald den Arzt ersetzt oder ob die Pflege im Alter von Robotern übernommen wird. Auch der Datenschutz spielt eine große Rolle und es besteht Aufklärungsbedarf darüber, was mit den Gesundheitsdaten passiert. 

Hillebrandt zeigte auf, dass die Datensicherheit bei der Entwicklung der Telematikinfrastruktur die entscheidendste Rolle spielt. Alle Funktionalitäten der zum 1. Januar 2021 einzuführenden elektronischen Gesundheitsakte, wie beispielsweise ein Medikationsplan oder Arztbrief, müssen strengste Sicherheitsanforderungen erfüllen. Der Patient hat dabei zu jeder Zeit die Möglichkeit zu entscheiden, wer welche Daten sehen darf. 

Neuer Inhalt

Bereits vor der Einführung der elektronischen Gesundheitsakte hat die Barmer ein breites Portfolio an Apps entwickelt, mit denen vieles einfacher, papierloser und jederzeit möglich ist. So können nicht nur Anträge, wie beispielsweise der Pflegeantrag oder Kinderkrankengeldantrag, online gestellt werden. Ein virtueller Gesundheitsmanager erleichtert die Organisation von Vorsorge-, Früherkennungs- und Impfterminen. Im digitalen Impfausweis und dem digitalen Zahnbonusheft ist alles dokumentiert und jederzeit abrufbar. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen können per Upload an die Barmer übermittelt werden und wie der aktuelle Stand der Krankengeldbearbeitung aussieht, kann ebenso einfach nachverfolgt werden wie das Päckchen vom Online-Versandhändler.

Es ist vorgesehen, dass Ärzte medizinische Apps auf Rezept verschreiben können. Um den Ärzten eine Orientierung zu bieten, hat die Barmer in Zusammenarbeit mit Hausärzten unter den weltweit 350.000 Gesundheits-Apps elf identifiziert, die praktisch, hilfreich und nachgefragt sind. Darunter Apps für Rückenschmerzen, Tagebücher für Diabetes und Schmerzen, Übungen gegen Schwindel oder reisemedizinische Informationen.

Künstliche Intelligenz und Robotik werden nie den Arzt ersetzen – da ist sich Hillebrandt sicher. Aber sie werden vieles vereinfachen.

Schnellere Leistungserfassung in der Pflege - digital und intuitiv

Wie Pflegedienste im Bereich der digitalen Leistungserfassung unterstützt werden können, hat Thomas Tucker, Mitgründer des Kieler Startups PCT digital, auf der selben Veranstaltung vorgestellt. PCT digital hat dafür in enger Zusammenarbeit mit Pflegekräften eine intuitiv bedienbare Software entwickelt.

Dabei hat PCT digital einen besonderen Fokus auf die Bedienbarkeit der Software durch das Pflegepersonal gelegt. Die Bedienung der Software ist auf Tablets ausgelegt und ersetzt somit die Erfassung auf Papier. Zu erbringende Leistungen werden nah am Arbeitsprozess des Pflegepersonals erfasst und die Pflegedienstleitung wird bei Abweichungen zum Leistungsplan benachrichtigt. Abschließend generiert die Software automatisch einen digitalen Leistungsnachweis nach den Anforderungen des Sozialgesetzbuches.

In einem gemeinsamen Co-Creation Prozess mit den Pflegediensten stellt PCT digital sicher, dass das gesamte Pflegepersonal frühzeitig in die Einführung der neuen Lösung eingebunden wird.

Neuer Inhalt


Webcode dieser Seite: p014697 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 02.03.2020
Nach oben