K3plus - Suchtpräventionsprojekt an Förderzentren

Geesthacht, 06. März 2018 – Schülerinnen und Schüler an Förderzentren und in Integrationsklassen sind in der Regel besonders belastet durch gesellschaftliche und familiäre Faktoren. Daher stellen sie eine besonders gefährdete Gruppe für problematischen Rauschmittelkonsum dar. Herkömmliche Programme zur Suchtprävention an Schulen sind in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf jedoch nicht einsetzbar. Für die Suchtprävention ist es vor diesem Hintergrund eine große Herausforderung, Konzepte und Programme für diese Gruppe junger Menschen zu entwickeln und anzubieten. Die Südstormarner Vereinigung für Sozialarbeit (SVS) hat sich dieser Herausforderung gestellt und das Programm K3plus entwickelt. Gemeinsam mit der Barmer wird das Programm zur Suchtprävention und Gesundheitsförderung derzeit in drei Förderzentren in Stormarn und im Herzogtum Lauenburg umgesetzt.

Inhalte und Ziele von K3plus

K3plus steht für die Stärkung der Lebensbewältigungskompetenzen an Förder- und Hauptschulen. Das Programm besteht aus einem Kompetenz- und Beziehungstraining für Schülerinnen und Schüler, aus einem Kompetenztraining für Eltern, der Koordination regionaler Angebote plus einem persönlichen Coach. Ziel ist es, das Verhältnis zwischen Jugendlichen und deren Eltern durch verhaltenspräventive Angebote zu fördern, um damit den häufig durch Trennungs-, Sucht- und Gewalterfahrung sowie negativen Berufsperspektiven bestehenden Belastungen entgegenzuwirken. Das Programm fördert die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen und befähigt die Eltern, ihre Kinder vor und während der Pubertät angemessen zu unterstützen. Um die Nachhaltigkeit der erzielten Effekte zu sichern und die Jugendlichen im Anschluss in ein gesundheitsförderndes Umfeld zu entlassen, sorgt sich ein persönlicher Coach um die kontinuierliche Betreuung der Jugendlichen und begleitet sie in weiterführende Angebote in ihrem Umfeld.

Anpassung an Fähigkeiten und Lebensbedingungen

„Herkömmliche Maßnahmen zur Suchtprävention sind in den Schulformen, an die sich K3plus richtet, nicht realisierbar. Sie stellen oftmals zu hohe Anforderungen an kognitive Fähigkeiten oder arbeiten mit Methoden, für die beispielsweise die Aufmerksamkeitsspanne nicht ausreichend lange gehalten werden kann“, erklärt Christoph Schmidt, Leiter der Südstormarner Vereinigung für Sozialarbeit in Reinbek. K3plus sei daher differenziert an die unterschiedlichen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler und deren Lebensweltbedingungen angepasst. „Ganz wichtig für den Erfolg präventiver Maßnahmen ist auch die konsequente Einbeziehung der Eltern. Ihre Vorbildfunktion und ihren Einfluss auf das Rauch- und Trinkverhalten ihrer Kinder müssen wir besonders herausstellen“, so Schmidt weiter. In der zunächst dreijährigen Laufzeit könnten wertvolle Erfahrungen gesammelt werden, um die Suchtprävention in den Einrichtungen dauerhaft zu etablieren.

Zielgerichtete Prävention für besondere Risikogruppe

Krankheiten und ihre Risikofaktoren sind in der Bevölkerung sozial ungleich verteilt. K3plus entspricht dem in der Krankenversicherung verankerten Grundsatz, gerade Versicherten in sozial benachteiligter Lage bei den Präventionsbemühungen ein besonderes Augenmerk zu widmen. „Bei den von K3plus angesprochenen Zielgruppen ist es weniger ausgeprägt, sich gegen den Konsum oder Missbrauch von Rauschmitteln zu wehren. Beispielsweise wird Alkohol deshalb getrunken, weil es andere auch tun. Das ‘Dazu-gehören-wollen‘ ist die grundlegende Motivation“, so Torge Bammel, Präventionsexperte der Barmer in Schleswig-Holstein. Vor diesem Hintergrund fördere und unterstütze die Barmer das Programm K3plus. Es soll einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler aus Förderzentren zu fördern, damit sie in ihrem Leben selbstbestimmt, sozial verantwortlich und überlegt mit den Alltagsdrogen Nikotin und Alkohol umgehen und nein zu illegalen Drogen sagen können.

Zu den drei Förderzentren, in denen das Programm K3plus umgesetzt und erprobt wird, gehören die Hachedeschule in Geesthacht, die Pestalozzischule in Ratzeburg und die Wilhelm Busch Schule in Glinde.

Webcode dieser Seite: p009079 Autor: Barmer Erstellt am: 06.03.2018 Letzte Aktualisierung am: 06.03.2018
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