Mehr als jeder vierte Schleswig-Holsteiner hat Bluthochdruck

Kiel, 25. November 2019 – In Schleswig-Holstein leiden rund 792.000 Frauen und Männer unter Bluthochdruck – das ist mehr als jeder vierte Einwohner (27,4 Prozent). „Auch wenn Bluthochdruck eine weit verbreitete Krankheit ist, so sind die Schleswig-Holsteiner im Vergleich zum Bundesgebiet doch unterdurchschnittlich betroffen“, sagt Dr. Bernd Hillebrandt, Landesgeschäftsführer der Barmer in Schleswig-Holstein. In Deutschland stellten die Ärzte im Jahr 2017 bei 28,6 Prozent der Bevölkerung, also bei mehr als 23 Millionen Personen, eine sogenannte Hypertonie fest. Im Jahr 2008 waren es noch 25,3 Prozent und damit weniger als 21 Millionen Bürger, die davon betroffen waren. Das geht aus einer Auswertung von Diagnosedaten der Barmer hervor.

„Wer längere Zeit Warnsignale wie Ohrensausen, Schwindel, Nasenbluten, Kurzatmigkeit sowie Schmerzen in Brust oder Kopf verspürt, sollte seinen Blutdruck ärztlich kontrollieren lassen“, empfiehlt Hillebrandt. „Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck belastet die Gefäße und ist der Risikofaktor Nummer 1 für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall und kann zudem Nierenschäden verursachen“, so Hillebrandt weiter.

Erkrankung tritt besonders häufig im Osten auf

Laut der Analyse gab es im Jahr 2017 deutliche regionale Unterschiede bei Hypertoniediagnosen. Insgesamt litten vor allem die Bürger in den neuen Bundesländern an Bluthochdruck und zwar 35,1 Prozent in Sachsen-Anhalt, 34,5 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern, 34,1 Prozent in Thüringen, 33,2 Prozent in Brandenburg und 32,1 Prozent in Sachsen. Die niedrigsten Raten gab es nach Bremen (24,6) in Hamburg (25,0) und Bayern mit 25,1 Prozent.

Ab 140 zu 90 liegt eine Hypertonie vor

Ein Blutdruck von 120 zu 80 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) ist normal, ab einem Wert von 140 zu 90 und höher liegt eine Hypertonie vor. „Den Blutdruck kann der Arzt regelmäßig kontrollieren – inzwischen gibt es aber auch gute Geräte, mit denen jeder seinen Blutdruck Zuhause selbst prüfen kann“, sagt Hillebrandt. „Mit einer gesunden und ausgewogenen Lebensweise lassen sich die Risiken, an Bluthochdruck zu erkranken, deutlich minimieren.“ Wer mit Rauchen aufhört, sich mehr bewegt, den Konsum von Salz und Alkohol reduziert oder seine Stressbelastung senkt, stärkt sein Herz-Kreislauf-System.

Mehr Informationen zum Thema Bluthochdruck sind erhältlich unter www.barmer.de/s000650.

Für die Auswertung hat die Barmer die anonymisierten, ambulanten Diagnosedaten von 9,4 Millionen Versicherten ausgewertet. Für Schleswig-Holstein wurden die Daten von rund 380.000 Versicherten ausgewertet.

Bundesland Diagnoserate Bluthochdruck
Sachsen-Anhalt35,1 %
Mecklenburg-Vorpommern34,5 %
Thüringen 34,1 %
Brandenburg 33,2 %
Sachsen 32,1 %
Rheinland-Pfalz29,3 %
Niedersachsen 29,2 %
Saarland28,7 %
Nordrhein-Westfalen28,2 %
Hessen 28,2 %
Berlin 28,0 %
Schleswig-Holstein27,4 %
Baden-Württemberg26,4 %
Bayern25,1 %
Hamburg25,0 %
Bremen24,6 %
bundesweit 28,6 %

Quelle: Barmer Arztreport 2019 


Webcode dieser Seite: p012560 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 06.12.2019
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