Darmkrebsmonat März: Früherkennung steht im Fokus - Barmer beklagt Sorglosigkeit bei Darmkrebs

Dresden, 06. März 2019 – Die Sachsen nehmen noch zu selten eine Darmkrebs-vorsorgeuntersuchung wahr. Nur rund 25 Prozent aller anspruchsberechtigten Frauen der Altersgruppen 50 bis 55 Jahren nahm im Jahr 2017 eine entsprechende Früherkennungsuntersuchung in Anspruch. Bei den Männern waren es sogar nur sieben Prozent. Stuhluntersuchungen sowie Beratungen zur Darmkrebsspiegelung werden bei Frauen insgesamt häufiger als bei Männern durchgeführt. In den höheren Altersgruppen ändert sich das Verhältnis. Ab einem Alter von 75 Jahren wurden die Untersuchungen im Rahmen eines Screenings tendenziell häufiger bei Männern als bei Frauen abgerechnet. Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle Barmer-Auswertung der Abrechnungsdaten aller gesetzlich Versicherten.

Darmkrebsfrüherkennung leichtgemacht

Darmkrebs ist bei Frauen die zweithäufigste und bei Männern die dritthäufigste Krebserkrankung. „Dennoch scheinen viele die Gefahren zu unterschätzen. Bei einer rechtzeitigen Feststellung bestehen bei Darmkrebs vergleichsweise gute Heilungschancen“, sagt Dr. Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen. Deshalb übernimmt die Barmer für alle Versicherten ab 50 Jahren die Kosten für eine jährliche Untersuchung zur Früherkennung. Neben der Tastuntersuchung des Darms wird ein Test zur Feststellung von verborgenem Blut im Stuhl mittels eines immunologischen Stuhltests (iFOBT) durchgeführt. Dieser kann von Hausärzten, Chirurgen, Gynäkologen, fachärztlichen Internisten, Dermatologen und Urologen durchgeführt werden. „Je nach dem, bei welchem Arzt man in Behandlung ist, kann dieser das Test-Kit, bestehend aus einem Plastikröhrchen mit Applikator, übergeben. Im heimischen Bad kann jeder in Ruhe eine kleine Stuhlprobe nehmen. Diese wird dem behandelnden Arzt zur Untersuchung im Labor übergeben. Ein zusätzlicher Arztbesuch ist folglich nicht nötig, das spart Zeit und Aufwand“, sagt Magerl. Er wirbt damit bei der sächsischen Bevölkerung für eine größere Inanspruchnahme des iFOBT-Tests.

iFOBT - Zuverlässigkeit erhöht

Dieser immunologische Stuhlbluttest ist zuverlässiger als der bisher angebotene Okkultbluttest (Papierstreifentest). Vor dem Test aufgenommene Nahrung hat keinen Einfluss mehr auf das Testergebnis. Beim Okkultbluttest konnte bereits ein Glas Orangensaft zu einem falsch positiven Testergebnis führen, das dann wiederum zu einer abklärenden Darmspiegelung führte, die eigentlich vermeidbar wäre.

Ab 55 wahlweise Darmspiegelung oder Stuhltest

Alle gesetzlich Versicherten zwischen 50 und 54 Jahren können den immunologischen Stuhltest jährlich beim Hausarzt oder bei bestimmten Fachärzten durchführen lassen. Ab 55 Jahren kann man sich entweder für die Darmspiegelung mit einer Wiederholung nach zehn Jahren oder für den Stuhltest alle zwei Jahre entscheiden.

Neuer Inhalt

Hintergründe zum Thema Darmkrebsfrüherkennung: www.barmer.de/a000037 

Webcode dieser Seite: p011104 Autor: BarmerErstellt am: 04.03.2019 Letzte Aktualisierung am: 06.03.2019
Nach oben