Krebsfrüherkennung - Sachsens Frauen sind Spitze

Dresden, 16. März 2017 – Krebs zählt zu den am meisten gefürchteten Krankheiten. Aber: "Je früher Krebs erkannt wird, desto besser sind bei vielen Krebserkrankungen in der Regel die Heilungschancen!", sagt Dr. Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen. Fast die Hälfte aller Frauen in Sachsens nahmen  Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung des Gebärmutterhalskrebses in Anspruch. Mit einer Teilnehmerquote  von über 45 Prozent sind sie deutschlandweit Spitze. Der Bundesdurchschnitt lag bei rund 41 Prozent. Bei den Männern dagegen gibt es noch Nachholbedarf bei der Früherkennung des Prostatakrebses. Mit nur knapp 12 Prozent liegen sie im Mittelfeld, aber immer noch leicht über dem Bundesdurchschnitt von 11,5 Prozent.

Kein Grund zum Ausruhen

Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung nach EBM (Einheitlicher Bewertungsmaßstab in der ambulant-ärztlichen Versorgung) Ziffer 01730 und 01731 zählen zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. „Es sind Leistungen die über die Versichertenkarte abgerechnet werden. Dafür entstehen keine zusätzlichen Kosten“, sagt Magerl und fordert ganz besonders Männer auf, diese zu nutzen.  Alle Frauen ab 20 und Männer ab 45 Jahren können diese jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen wahrnehmen. Bei Frauen führt in der Regel der Gynäkologe die Untersuchung durch, bei Männern der Urologe, Allgemeinmediziner oder Internist. Magerl: „Es ist bedauerlich, dass insgesamt immer noch zu viele Menschen diese präventiven Angebote nicht nutzen.“

Neuer Test zur Darmkrebsfrüherkennung als Kassenleistung

Ab April bietet die Barmer allen Versicherten zwischen 50 und 54 Jahren im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung ein neues Testverfahren an, den immunologischen Stuhltest (iFOBT). „Die Entdeckungsrate für bösartige Darmtumore und deren Vorstufen sind bei dem immunologischen Stuhlbluttest deutlich höher als bei dem bisherigen Test. Er reagiert ausschließlich auf den menschlichen Blutfarbstoff Hämoglobin und ist so weniger störanfällig“, so Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER. Versicherte können den neuen Test jährlich wahlweise beim Hausarzt oder bestimmten Fachärzten durchführen lassen.

 Grafik zeigt: Sachsen bei Früherkennung im Bundesländervergleich an der Spitze

Hintergrund

Krebsfrüherkennung für Frauen ab 20
Ziffer 01730 - EBM (Einheitlicher Bewertungsmaßstab in der ambulant-ärztlichen Versorgung): Es erfolgt eine gezielte Erhebung der Krankheitsgeschichte in der Beschwerden, Veränderungen oder familiärer Vorbelastung besprochen werden. Bei Frauen erfolgt ab dem Alter von 20 Jahren die Untersuchung der Genitalien. Sie können jährlich diese Krebsfrüherkennungsuntersuchung wahrnehmen. Ab 30 Jahren wird zusätzlich die Brust untersucht. Zwischen 50 und 69 Jahren gibt es außerdem alle zwei Jahre eine Mammografie (Röntgenuntersuchung der Brust).

Krebsfrüherkennung für Männer an 45 Jahren
EBM – Ziffer 01731: Bei Männern werden ab 45 Jahren die Prostata und die äußeren Genitalien untersucht. Es erfolgt eine gezielte Erhebung der Krankheitsgeschichte in der Beschwerden, Veränderungen oder familiärer Vorbelastung besprochen werden. Weiter eine Inspektion und Abtasten der äußeren Geschlechtsorgane, das Abtasten der Prostata sowie eine Tastuntersuchung der regionären Lymphknoten. Auch sie können  diese Untersuchung jährliche wahrnehmen.

Webcode dieser Seite: p007345 Autor: Barmer Erstellt am: 16.03.2017 Letzte Aktualisierung am: 17.03.2017
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