Darmkrebsvorsorge: iFOBT – Test

Neue Früherkennungsmethode bald Kassenleistung

Dresden, 2. Februar 2017 – Ein neuer Test zur Darmkrebsfrüherkennung kommt für alle gesetzlich Versicherten noch in diesem Jahr zum Einsatz. Der G-BA (Gemeinsame Bundesausschuss) hat den immunologischen Stuhltest (iFOBT) positiv bewertet. „Noch im laufenden Jahr werden unsere Versicherten in Sachsen diesen Test bei ihrem behandelnden Arzt in Anspruch nehmen können“, beschreibt Dr. Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen die geplante Neueinführung. Die Kostenabrechnung dafür wird direkt über Versichertenkarte erfolgen. Die Barmer hat mit dem Einsatz von iFOBT bereits in Bayern als Pilotregion gute Erfahrungen gesammelt.

Stuhltest iFOBT erkennt doppelt so viele Krebserkrankungen

Tumore und Polypen haben leicht verletzbare Blutgefäße, so dass geringe Mengen Blut unmerklich in den Stuhl gelangen können. Oft sind sie mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Der immunologische Stuhlbluttest (iFOBT) reagiert auf den Blutfarbstoff, das Hämoglobin. Magerl: „Der iFOBT-Test ist sensitiver, er erkennt doppelt so viele Krebserkrankungen und dreimal so viele Krebsvorstufen wie der bisher angewendete Gujak-Test.“ Das Blut wird beim iFOBT in einer einmaligen Stuhlprobe untersucht. Der menschliche Blutfarbstoff Hämoglobin kann direkt nachgewiesen werden. Beim Gujak-Test sind dagegen mehrere Stuhlproben erforderlich, die mittels eines Papierstreifentests analysiert werden. Wird durch das Testergebnis Blut im Stuhl nachgewiesen, muss die Ursache der Blutungsquelle nachfolgend durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden.

Nur fünf Prozent nutzten Stuhluntersuchung

Ein Großteil des kolorektalen Karzinoms könnte durch konsequente Vorsorge verhindert werden. „Leider nutzen noch immer viel zu wenige Menschen die bestehenden Früherkennungsmöglichkeiten“, Magerl verweist auf die Ergebnisse des Barmer Arztreportes. Den bisherigen Stuhltest zur Früherkennung von Darmkrebs, ließen bundesweit nur fünf Prozent der anspruchsberechtigten Versicherten durchführen. Frauen lagen mit 6,3 Prozent Teilnahmequote deutlich vor den Männern (3,7 Prozent). „Wir müssen die Versicherten besser für die Früherkennung mobilisieren und mehr Möglichkeiten der Inanspruchnahme schaffen“, sagt Magerl. Nach der neuen Regelung werden auch Hausärzte bei Gesundheitsuntersuchungen (Check-up 35) den immunologischen Test an Patienten, die das Anspruchsalter von 50 Jahren erreicht haben, ausgeben können. „Gerade für Männer wird damit hoffentlich die Hemmschwelle gesenkt und die Teilnahmequote erhöht“, so Magerl.

Hintergrundinformation

Gesetzlich Krankenversicherte können im Alter von 50 bis 54 Jahren einmal jährlich einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl durchführen lassen. Ab 55 Jahren besteht Anspruch auf eine Darmspiegelung (Koloskopie). Bei dieser Untersuchung werden Polypen entfernt, aus denen sich ein Karzinom entwickeln könnte. Ist der Befund der Koloskopie unauffällig, wird sie nach zehn Jahren wiederholt. Alternativ zur Koloskopie können Versicherte ab 55 alle zwei Jahre den Stuhltest durchführen lassen. Für Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko weichen diese Angaben ab.

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Webcode dieser Seite: p007175 Autor: Barmer Erstellt am: 02.02.2017 Letzte Aktualisierung am: 02.02.2017
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