Krankenhausplan Sachsen: Bedarfsgerechte stationäre Versorgung - Barmer fordert die Bildung von qualifizierten Zentren

Dresden, 31. August 2018 – Eine zunehmende Multimorbidität aufgrund der Alterung der Gesellschaft gepaart mit der Behandelbarkeit von immer mehr Erkrankungen stellt das Gesundheitssystem nicht nur vor finanzielle, sondern auch große personelle Herausforderungen. Im internationalen Vergleich gibt es in Deutschland nach wie vor zu viele Krankenhausbetten und Fachabteilungen in Kliniken. Parallel dazu werden medizinisches Fachpersonal und qualifizierte Pflegekräfte rar. „Ohne zusätzliche Anstrengungen lässt sich der Mangel an Pflegekräften und medizinischem Fachpersonal nicht beheben. Die wertvollen und begrenzten Ressourcen müssen da eingesetzt werden, wo sie zusätzlichen Nutzen stiften“ fordert Magerl, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen. Aufgrund der Entwicklung in der Medizin und im Sinne der Qualität und Sicherheit der Versorgung von Patientinnen und Patienten ist es daher notwendig, die Kräfte zu bündeln und  planbare medizinische Behandlungen an qualifizierten Zentren zu erbringen.

Nicht auf die Menge sondern auf die Qualität kommt es an

Gehen Patienten für eine geplante Operation ins Krankenhaus, müssen sie sich darauf verlassen können, dass sie je nach Erkrankung die bestmögliche Versorgung erhalten. „Wenn ein Krankenhaus spezialisiert ist und bestimmte Eingriffe häufig durchführt, wird dadurch die Patientensicherheit deutlich verbessert. Routine und Erfahrung erhöhen die Qualität. Aktuell ist die medizinische Versorgung in den Kliniken jedoch durch zum Teil große Qualitätsunterschiede geprägt. Es ist daher erforderlich, dass schnellstmöglich klare Qualitätskriterien für Krankenhäuser festgelegt und umgesetzt werden“, sagt Magerl. Er fordert die Festlegung von Mindestmengen, die Krankenhäuser bei der Behandlung von schweren und seltenen Erkrankungen nachweisen müssen. Eine Bindung an Behandlungsmindestmengen trägt dazu bei, die Qualität der Behandlung im Krankenhaus zu sichern. „Wo und in welchem Umfang stationäre Leistungen erbracht werden, darüber muss zukünftig die Qualität der medizinischen Versorgung entscheiden“, so Magerl.

Webcode dieser Seite: p010171 Autor: Barmer Erstellt am: 03.09.2018 Letzte Aktualisierung am: 03.09.2018
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