Rund 222.000 Sachsen leiden unter Depressionen

Dresden, 24. August 2017 - Immer mehr Sachsen müssen wegen einer Depression behandelt werden. Ein besonders deutlicher Anstieg der Diagnosen wird im Alter von 40 bis 64 Jahren sichtbar. Allein in dieser Altersgruppe sind die Betroffenenzahlen in Sachsen von 206.200 im Jahr 2012 auf 221.600 im Jahr 2015 gestiegen. Das geht aus einer Studie der Barmer bezogen auf die gesamte Bevölkerung im Freistaat hervor. „Noch immer sind mehr Frauen betroffen, aber auch die Anzahl der Männer nimmt zu “, beschreibt Dr. Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen die Problematik.

Damit Depression nicht zum Suizid führt

2015 erhielten im Freistaat 148.000 Frauen und rund 74.000 Männer die Diagnose „depressive Episode“. Das waren doppelt so viele Frauen wie Männer. „Es liegt auch daran, dass Frauen sich eher Hilfe holen“, sagt Magerl und rät: „Männer sollten nicht aus falscher Scham im Stillen leiden. Eine Depression ist eine Krankheit, die unbehandelt im schlimmsten Fall tödlich enden kann“. 2015 begingen in Sachsen nach Angaben des  Stastischen Landesamtes Sachsen in dieser Altersgruppe 191 Männer 44 Frauen einen Suizid. Bundesweit waren es  geschlechterübergreifend rund 10.000 Personen.

Hilfe zur Stärkung der Psychischen Gesundheit

„Für Menschen mit Depressionen kann es schwierig sein, sich an einen Arzt oder Psychotherapeuten zu wenden. Daher brauchen wir mehr niedrigschwellige Angebote“, betont Magerl und verweist auf den bundesweiten 4. Patientenkongress Depression der am 26. bis 27. August in Leipzig stattfindet. Hier erhalten Betroffene und deren Angehörige viele Tipps und Infos über die Erkrankung und ihre Behandlungsmethoden. Gleichzeitig dient er als Austauschplattform um miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Barmer fördert den Kongress mit 50.000 Euro. Weiterhin bietet die Kasse Betroffenen das Online-Training Pro Mind zur Stärkung der Psychischen Gesundheit. Bei „Pro Mind“ beschäftigen sich die Teilnehmer in sechs Lektionen mit dem Thema depressive Stimmung. Dabei bekommen sie Kompetenzen vermittelt wie den Aufbau positiver Aktivitäten und Problemlösestrategien in Abhängigkeit von Stimmung und Verhalten. „Diese Angebote können den Arzt oder Therapeuten nicht ersetzen, wohl aber dazu beitragen, dass sich eine Depression nicht verschlimmert oder im besten Fall erst gar nicht entsteht“, so Magerl.

Informationen zu „Pro Mind“ finden Interessierte unter: www.barmer.de/g100069

Webcode dieser Seite: p008170 Autor: Barmer Erstellt am: 24.08.2017 Letzte Aktualisierung am: 24.08.2017
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