Eine Holding für beide Uniklinika in Sachsen-Anhalt

Magdeburg, 23. Mai 2019 – Die aktuelle Debatte um den Investitionsstau an der Universitätsklinik Magdeburg erinnert an das Jahr 2013 und die damalige finanzielle Schieflage der Uniklinik Halle. Wiederum wird deutlich, dass die Struktur der Universitätsklinika in Sachsen-Anhalt grundlegend verändert werden muss. Während sich die Diskussionen vor sechs Jahren fast ausschließlich auf die Probleme in Halle beschränkten, wird aktuell die Uniklinik Magdeburg solitär betrachtet. „In Sachsen-Anhalt müssen endlich beide Uniklinika zusammen betrachtet werden, um Synergien zu erschließen. Diese Chance sollte dieses Mal konsequent ergriffen werden“, sagt Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen-Anhalt. Wiedemann fordert grundlegende Reformen wie die Bildung einer Holding mit einem gemeinsamen Aufsichtsrat, um Kooperationen der Uniklinika besser steuern zu können. „Auch die Personalabrechnung oder der IT-Bereich könnten so zusammengeführt werden, ohne dass die Eigenständigkeit beider Uniklinika aufgegeben wird.“

Standorte in Magdeburg spezialisieren

Die Uniklinika-Debatte dürfe nicht nur auf die finanziellen Aspekte beschränkt werden, fordert Wiedemann. Allein mehr Geld ins System zu geben, reiche nicht. „Es ist sinnvoll und notwendig, dass sich die Uniklinik Magdeburg zu Kooperationen und Verschmelzungen positioniert und dies mit dem Städtischen Klinikum Magdeburg diskutiert und angeht“, sagt er. „Eine Fusion wäre sicherlich ein Prozess mit einem langen Zeitstrahl. Solche Überlegungen aus kartellrechtlichen Gründen aber erst gar nicht anzustellen, ist zwar einfach, aber sträflich für die Zukunft.“ Beide Magdeburger Häuser würden bei Patienten und Personal auf demselben Markt agieren. Es sei sinnvoller, beide Krankenhäuser zusammenzuführen, Doppelstrukturen abzubauen und die Standorte zu spezialisieren, so Wiedemann. Im Stadtteil Olvenstedt wäre Platz, um moderne Neubauten zu realisieren, die Gebäude im Stadtteil Leipziger Straße könnte man stärker für Forschung und Lehre nutzen. „Beide Optionen – eine Holding für die Universitätsklinika und mehr Kooperationen oder eine Zusammenführung – abzugleichen, dabei die machbar beste Qualität und modernste, leitliniengerechte Behandlung in den Mittelpunkt zu stellen, lässt dann auch die zukünftige Standortfrage für Stationen, Abteilungen und Bereiche als lösbar erscheinen“, sagt Wiedemann. Patienten, deren Bedürfnisse auf Hilfe, Heilung oder Linderung ihrer Leiden sind, sollten stets an den Beginn aller Überlegungen gestellt werden.

Krankenhausstrukturfonds für Umwandlungen nutzen

Der Barmer geht es in Sachsen-Anhalt darum, die Krankenhaus-Standorte im Land durch sinnvolle Arbeitsteilung gezielt weiterzuentwickeln. „In der Krankenhausplanung muss es viel mehr als bisher um Qualität gehen. Durch Spezialisierung und Kooperation kann letztlich auch die Zukunft kleinerer Standorte auf Dauer gesichert und eine flächendeckende Versorgung auf hohem Niveau in Sachsen-Anhalt erreicht werden“, so Wiedemann. Zudem fordert die Barmer, dass die Landesregierung die Mittel aus dem Krankenhausstrukturfonds des Bundes und der Gesetzlichen Krankenkassen konsequent für die Umwandlung und Konzentration von Fachabteilungen und Standorten nutzt, um die Krankenhauslandschaft an den konkreten Bedarf der Menschen anzupassen.

Webcode dieser Seite: p011590 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 25.06.2019
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