Allergie

Hyposensibilisierung: Hilfe für Pollenallergiker - Den Frühblühern zuvorkommen

Magdeburg (07.12.2016) Rund 360.000 Menschen leiden in Sachsen-Anhalt an einer Pollenallergie. Allein unter den Kindern und Jugendlichen sind es 10 bis 20 Prozent, die Heuschnupfen haben. Das geht zumeist einher mit tränenden Augen, juckender Haut, Niesattacken und permanentem Schnupfen. Doch spätestens mit dem nahenden Winter ist der quälende Heuschnupfen vergessen. Dabei ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, die Allergie zu therapieren. "Eine Hyposensibilisierung ist die einzige Arzneimitteltherapie, die statt einer Symptombehandlung bis an die Ursachen der Allergie reicht", sagt Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Barmer GEK in Sachsen-Anhalt. "Noch bevor im Januar/Februar mit dem Pollenflug von Hasel und Erle für viele Allergiker die qualvolle Zeit beginnt, empfiehlt sich der Start einer vorsaisonale Immuntherapie", rät Wiedemann.

Lange Therapie mit guten Erfolgsaussichten

"Allergiker sollten sich von der Dauer einer Hyposensibilisierung von zumeist drei Jahren nicht abschrecken lassen. Die Therapie kann verhindern, dass sich allergische Reaktionen, wie zum Beispiel Asthma, chronifizieren. Die meisten Patienten haben nach einer Hyposensibilisierung in der Regel deutlich geringere Beschwerden", so Wiedemann weiter. Die Immuntherapie ist eine Kassenleistung. Bei der Hyposensibilisierung lernt die körpereigene Abwehr, auf Allergene weniger oder gar nicht zu reagieren, indem sie mit ihnen bewusst in Kontakt gebracht wird. "Sie gilt als wirksamstes Mittel gegen Allergien und wird zumeist in den pollenarmen Jahreszeiten wie jetzt im Spätherbst/Winter begonnen", erläutert Axel Wiedemann. "Bei Kindern ist sie besonders erfolgversprechend, weil deren Immunsystem besonders lernfähig ist." Die Therapie kann ab einem Alter von etwa fünf Jahren gut durchgeführt werden.

Für eine Hyposensibilisierung spricht zudem, dass etwa 40 Prozent aller Pollenallergiker später allergisches Asthma entwickeln, wenn sie nicht mit Hilfen wie der Immuntherapie ihren Heuschnupfen loswerden.

Bei der subkutanen Immuntherapie wird das Allergen mit steigender Dosis wöchentlich und später monatlich unter die Haut gespritzt. Die Kurzzeit-Therapie beschränkt sich auf einige Spritzen vor der Pollenflugsaison, jedoch ebenfalls über drei Jahre. Bei einer anderen Variante der Immuntherapie bekommt man die Allergene als Tropfen oder Tabletten.

Vorsicht bei chronischen Erkrankungen und Schwangerschaft

In seltenen Fällen kann es bei einer Hyposensibilisierung zu unerwünschten Reaktionen kommen. Menschen mit Nieren- oder Herz-Kreislaufkrankheiten, schwere Autoimmunerkrankungen und unkontrolliertem Asthma kommen für einer Hyposensibilisierung nicht in Frage. Schwangere sollten ebenfalls nicht mit einer Hyposensibilisierung beginnen, da im Falle einer überschießenden allergischen Reaktion der Fötus Schaden nehmen kann.

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Webcode dieser Seite: p006746 Autor: Barmer Erstellt am: 07.12.2016 Letzte Aktualisierung am: 20.12.2016
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