Paketzusteller und Postboten besonders oft krank

Magdeburg, 11. Dezember 2019 – Mehr als 300 Millionen Pakete versenden die Deutschen zur Weihnachtszeit – jedes Jahr werden es mehr. Zusteller gehören zu den Berufsgruppen mit den höchsten Belastungen. Wie Auswertungen der Barmer zu den Fehlzeiten der Top-100-Berufe belegen, sind Briefträger und Paketzusteller überdurchschnittlich oft und lange krankgeschrieben. Demnach entfielen auf Mitarbeiter von Post- und Zustelldiensten im vergangenen Jahr 34,6 Krankheitstage pro Person. Zum Vergleich: Die Sachsen-Anhalter haben sich im Jahr 2018 durchschnittlich 22,2 Tage arbeitsunfähig gemeldet. „Diese hohe Ausfallzeit ist ein Alarmsignal und führt zur Frage, ob wirklich alle Weihnachtsgeschenke im Internet bestellt werden müssen?“, sagt Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen-Anhalt. „Wer schon bestellt hat, kann seinem Zusteller ja vielleicht bei der nächsten Lieferung ein paar Schritte entgegengehen – und sich mit einem Lächeln und einem kleinen Dankeschön bedanken. Das macht den Stress für die Paketboten möglicherweise ein wenig erträglicher.“

Von 1000 Beschäftigten fehlen täglich 95 im Job

Statistisch betrachtet sind Post- und Paketboten im letzten Jahr 1,5 Mal arbeitsunfähig gewesen, je 100 Beschäftigte wurden 154 Krankheitsfälle ermittelt (Durchschnitt: 131 Krankheitsfälle je 100 Personen). Auch bei der Dauer einer Krankschreibung gibt es deutliche Unterschiede. Waren Briefträger und Paketzusteller arbeitsunfähig, sind sie statistisch gesehen 22,5 Tage am Stück ausgefallen (Durchschnitt: 15,1 Tage). Die hohen Fehlzeiten der Zusteller schlagen sich auch im Krankenstand nieder: Dieser liegt bei 9,5 Prozent, das heißt von 1000 Beschäftigten fehlten im Jahr 2018 täglich 95 krankheitsbedingt im Job (Durchschnitt: 5,4 Prozent). Am gesündesten sind laut dem Barmer-Gesundheitsreport Softwareentwickler. In dieser Branche kam jeder Beschäftigte nur auf 7,7 Krankheitstage, der Krankenstand lag bei zwei Prozent. Für die Auswertung hat die Barmer die anonymisierten, ambulanten Diagnosedaten von 9,4 Millionen Versicherten analysiert.

Webcode dieser Seite: p014260 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 11.12.2019
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