5- bis 9-jährige Sachsen-Anhalter erhalten meiste Sprachtherapie

Magdeburg, 18. Juli 2019 – Der Bedarf an Heil- und Hilfsmitteln nimmt in der Regel mit steigendem Lebensalter zu. Ein entgegengesetzter Trend allerdings zeigt sich bei der Logopädie. Verordnungen für dieses Heilmittel erhalten mit Abstand am häufigsten Jungen im Alter von fünf bis neun Jahren. Nach einer Analyse der BARMER wurden im Jahr 2017 deutschlandweit 12,4 Prozent aller Logopädie-Verordnungen an versicherte Jungen in diesem Alter ausgestellt und nur 8,4 Prozent an versicherte Mädchen. Das entspricht in Sachsen-Anhalt 5.700 Sprachtherapie-Verordnungen an Jungen im Alter von fünf bis neun Jahren.

Singen und Geschichten vorlesen statt Computer und Handy

„Die Sprachtherapie wird eingesetzt, um Defizite in der kindlichen Entwicklung auszugleichen, die offensichtlich bei Jungen besonders ausgeprägt sind“, sagt Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der BARMER in Sachsen-Anhalt. „Eltern sollten die Entwicklung ihrer Kinder von Anfang an aktiv unterstützen, indem sie sich mit ihnen altersgerecht unterhalten, singen, spielen und Geschichten vorlesen. Fernseher, Computer und Handy kann und darf die direkte Kommunikation nicht ersetzen, da die Reizüberflutung Kinder belasten kann. Auch Kitas und Schulen kommt hier eine wichtige begleitende Funktion zu“, so Wiedemann.

Laut BARMER-Heil- und Hilfsmittelreport 2018 wuchsen die Aufwendungen für die Heilmittel wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie insgesamt in den Jahren 2015 bis 2017 um sechs Prozent auf zuletzt 855 Millionen Euro. Logopädie ist mit 10,2 Prozent Anteil an den Gesamtheilmittelausgaben der drittgrößte Ausgabenblock. Dabei entstanden allein je Junge im Alter von fünf bis neun Jahren 2017 durchschnittlich rund 93 Euro Behandlungskosten im Bereich Logopädie.

Webcode dieser Seite: p011858 Autor: BarmerErstellt am: 17.07.2019 Letzte Aktualisierung am: 17.07.2019
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