Alarmierende Impflücken

Grippe und Keuchhusten sind auch in Sachsen-Anhalt auf dem Vormarsch

Magdeburg, 22. Februar 2017 - Seit Wochen registrieren Sachsen-Anhalts Gesundheitsämter hohe Grippezahlen – höher noch als in den beiden Vorjahren. Doch mittlerweile steigen bundesweit auch die Erkrankungen bei Masern, Keuchhusten und anderen Infektionskrankheiten. Eine wesentliche Ursache dafür sind offenbar erschreckend hohe Impflücken. Deshalb rät die Krankenkasse Barmer zu einer dringenden Impfstatus-Überprüfung und ggf. Schutzimpfungen.

Grippewelle scheint Höhepunkt erreicht zu haben

Nach Informationen des Landesamtes für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt stiegen die Krankmeldungen wegen Influenza-Grippe in der Vorwoche noch einmal um 8 Prozent an. „In den ersten sieben Wochen des Jahres wurden demnach 5630 Grippekranke gezählt – etwa 5 Mal so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres“, sagt Thomas Nawrath, Landespressesprecher der Barmer in Sachsen-Anhalt. Die höchsten Werte erreichen Halle (1192 Fälle / im Vorjahr 200), der Saalekreis (758 / 89), der Landkreis Wittenberg (542 / 51), Magdeburg (490 / 150) und der Landkreis Anhalt-Bitterfeld (482 / 132).

Jedoch schätzen die Experten des Landesamtes ein, dass mittlerweile der Höhepunkt der aktuellen Grippewelle im Land erreicht sein könnte. Somit sollten die Werte in den kommenden Wochen zurückgehen. „Insgesamt dürften in der laufenden Grippesaison 2016/17 jedoch fast überall neue Höchststände verzeichnet werden. In den Landkreisen Börde, Burgenlandkreis und Mansfeld-Südharz wurden diese schon erreicht“, sagt Thomas Nawrath.

Impfstatus überprüfen – notfalls zum Impfen gehen!

Bundesweit wurden mittlerweile auch bei Masern, Keuchhusten (Pertussis) und anderen Infektionserkrankungen steigende Krankenzahlen registriert. In Sachsen-Anhalt gilt das vor allem für Keuchhusten: In den ersten 5 Wochen des Jahres wurden 49 Fälle gemeldet, das ist ähnlich hoch wie im Vorjahr. Halle und der Saalekreis sind da bisher die „Hochburgen“. Vergleichsweise hohe Krankenzahlen gibt es auch bei Windpocken (aktuell 55 / im Vorjahr 46), Scharlach (44 / 34) und Pneumokokken (17 / 15).

„Dies sind alles Infektionskrankheiten mit eher geringen Impfquoten“, sagt Thomas Nawrath von der Barmer. So verfügen von erwachsenen Bundesbürgern nur etwa 15 Prozent über einen aktuellen Impfschutz gegen Keuchhusten. „Das erleichtert im Falle einer Infektion natürlich die Ausbreitung der Krankheit enorm“, so Nawrath. So haben die Experten des Robert-Koch-Instituts nach einem massiven Keuchhusten-Ausbruch in Schleswig-Holstein festgestellt, dass „altersgerechte Impfungen (…) einen großen Teil der Fälle“ vermieden hätten.

Deshalb rät die Barmer dringend dazu, den eigenen Impfstatus zu überprüfen und sich gegebenenfalls um eine Auffrischungsimpfung beim Hausarzt zu bemühen. „Andernfalls droht den Betroffenen über Wochen massiver Husten bis hin zu Erbrechen. Und bei etwa jedem vierten erwachsenen Keuchhusten-Patienten kann es sogar zu Komplikationen wie einer Lungenentzündung kommen“, ergänzt Landespressesprecher Nawrath. Bei Säuglingen kann Keuchhusten sogar zu Atemstillstand führen, weshalb diese im Falle einer Infektion auch direkt im Krankenhaus behandelt werden.

Auch bei anderen Infektionskrankheiten sind die Impfquoten kaum besser:
Masern = 38 Prozent
Mumps = 30 Prozent
Röteln = 35 Prozent
Pneumokokken = 31 Prozent

Weitere Informationen unter: www.barmer.de/s000107

Webcode dieser Seite: p007256 Autor: Barmer Erstellt am: 23.02.2017 Letzte Aktualisierung am: 23.02.2017
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