Schüler und Lehrer in Rheinland-Pfalz profitieren von Programm zur Förderung der psychischen Gesundheit

Die psychische Gesundheit von Schülern und Lehrern in Rheinland-Pfalz soll durch den Einsatz des „MindMatters“-Programms gestärkt werden. MindMatters, zu Deutsch: Die Seele ist wichtig, ist ein bundesweites Programm der Leuphana Universität Lüneburg und der Barmer. Für die Umsetzung in Rheinland-Pfalz arbeiten Universität und Barmer seit Jahresbeginn mit dem Bildungsministerium Rheinland-Pfalz, dem Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz, dem Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz (PL), der Unfallkasse Rheinland-Pfalz und der Landeszentrale für Gesundheitsförderung Rheinland-Pfalz (LZG) zusammen. 

Der erste wichtige Schritt für die Etablierung des Programms an den Schulen im Land ist mit einer Informationsveranstaltung für Pädagogen am 7. März in Andernach gefallen. MindMatters bietet Lehrern Informationen, Unterrichtsmaterialien und Fortbildungen zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Schule. Durch das Programm erhalten Lehrer das Rüstzeug, um bei ihren Schülern Wissen und Kompetenzen zum Umgang mit Gefühlen, psychischen Störungen, Mobbing und verwandten Themen zu erweitern sowie Widerstandskraft und Wohlbefinden ihrer Schüler zu stärken. Zugleich vermittelt MindMatters den Schulpädagogen Wissen, wie zum Beispiel in den Schulen die Gesundheit und Arbeitsbedingungen von Lehrern verbessert werden.

Jeder fünfte Schüler mit psychischen Auffälligkeiten

Welche Bedeutung eine Verbesserung der psychischen Gesundheit in der Schule hat, zeigt die KiGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts. Demnach zeigen 21,4 Prozent der sieben- bis 17-Jährigen in Deutschland Hinweise auf psychische Auffälligkeiten wie zum Beispiel Ängste, Depressionen Störungen des Sozialverhaltens oder Hyperaktivität. Forscher der Fachhochschule in Olten haben herausgefunden, dass Lehrer ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen haben und im Vergleich mit anderen Berufsgruppen mehr Anzeichen für Stress zeigen.

Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Rheinland-Pfalz und im Saarland, sagt: „MindMatters wurde in Australien entwickelt, ist dort Teil des nationalen Programms zur Förderung der psychischen Gesundheit der Bevölkerung und wurde von Professor Peter Paulus von der Leuphana Universität Lüneburg nach Deutschland geholt. Seit 2003 kooperieren Universität und Barmer bei der bundesweiten Verbreitung von MindMatters in Deutschland.“

„Modernes zukunftsweisendes Programm“

In Rheinland-Pfalz seien dadurch erste Fortbildungen durchgeführt und Lehrer erreicht worden. Mit Unterzeichnung der Vereinbarung sollten nun nach Möglichkeit alle Schüler und Lehrer in Rheinland-Pfalz erreicht werden und von dem Programm profitieren. Nach den Worten von Kleis gebe es eine vergleichbare Initiative zur Implementierung von MindMatters in den Schulunterricht bislang nur in Sachsen. Die Barmer übernimmt die Herstellungskosten für die Unterrichtsmaterialien.

Professor Paulus, der MindMatters im Auftrag der Leuphana Universität betreut, sagt: „MindMatters ist ein modernes zukunftsweisendes Programm zur Förderung der psychischen Gesundheit und Bildung an Schulen. Es erfüllt die Vorgaben des neuen Präventionsgesetzes und der Empfehlung der Kultusministerkonferenz zur Gesundheitsförderung und Prävention an Schulen. Es sieht die Schule als Lebenswelt und nicht nur als Lernort für Schülerinnen und Schüler, es ist positiv auf die Förderung psychischen Wohlbefindens und der Stärkung der Lebenskompetenzen ausgerichtet und es unterstützt Schulen dabei, ihre Bildungsqualität zu steigern.“ Seine Wirkung entfalte das Programm, weil psychische Gesundheit eine elementare Voraussetzung dafür sei, dass Lehren und Lernen in der Schule wirksam werden könne. Paulus betont: „Psychische Gesundheit ist ein Fundamt der Schule, ein Treiber der schulischen Bildung.“ MindMatters im Internet: www.mindmatters-schule.de.

Die MindMatters-Partner in Rheinland-Pfalz zeigen MindMatters-Programmhefte.
Präsentieren MindMatters-Programmhefte für Lehrer (v.l.n.r.): Monika Kislik (LZG), Dr. Birgit Pikowsky (PL), Manfred Breitbach (Unfallkasse Rheinland-Pfalz), Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Dunja Kleis, Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig und Roland Wollowski (Schulleiter der IGS Mainz-Bretzenheim). Foto: Barmer/K. Schäfer

Webcode dieser Seite: p009124 Autor: Barmer Erstellt am: 09.03.2018 Letzte Aktualisierung am: 09.03.2018
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