Elektronische Patientenakte bietet Riesen-Chancen

Mainz/Daun, 21. Januar 2021 – Die elektronische Patientenakte (ePA) bietet riesige Chancen zur Verbesserung der medizinischen Versorgung von Patienten. Dies zeigte eine Veranstaltung der Barmer, die die Krankenkasse online durchführte. „Die ePA soll das individuelle Gesundheitsmanagement sowie die Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten erleichtern. Dazu gehört, dass Gesundheitsdokumente wie zum Beispiel Arztbriefe und Befunde digital gespeichert, bei Bedarf leicht abgerufen und mit Ärzten geteilt werden können“, sagte Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Die ePA ist eine papierlose, digitale Akte, die seit Beginn dieses Jahres jeder Versicherte bei seiner Krankenkasse beantragen kann. Die kostenlose Akte wird auf einem Server innerhalb der Europäischen Union gespeichert. Zugreifen können Versicherte auf die ePA über eine App ihrer Krankenkasse zum Beispiel mit ihrem Smartphone. Arztpraxen, Kliniken, Apotheken und andere medizinische Leistungserbringer erhalten über ein spezielles Gerät, einen sogenannten Konnektor, in Verbindung mit der Versichertenkarte ihrer Patienten Zugriff auf die ePA. Versicherte können zudem über ihre Handy-App medizinische Leistungserbringer für ihre ePA freischalten.

Versicherte profitieren vom Nutzen der ePA

Laut Barmer-Landesgeschäftsführerin Kleis bietet die ePA viele Vorteile: „Versicherte haben ihre Krankengeschichte jederzeit bei sich und können diese schneller und gezielter nach nötigen Informationen durchsuchen oder ihrem Arzt eine Zugriffsberechtigung erteilen. So kann der Arzt auf wichtige Informationen zugreifen und zum Beispiel lebensbedrohliche Unverträglichkeiten schnell erkennen.“ Aktuell wird die ePA bei Ärzten in Berlin und Westfalen-Lippe getestet. Bis zum 30. Juni dieses Jahres werden Ärzte und weitere medizinische Leistungserbringer technisch für die Nutzung der ePA ausgestattet. Versicherte können aber bereits jetzt ihre ePA mit Dokumenten befüllen.

Dr. Regina Vetters, Leiterin der Barmer-Digitalisierungsabteilung, sagte: „Der Nutzen der ePA wird sich mit der Zeit steigern. Wenn Versicherte, Ärzte und Therapeuten sie regelmäßig befüllen, wird die ePA langfristig zum besseren Gesundheitsmanagement beitragen.“ Sie wies darauf hin, dass es neben gesetzlich vorgegebenen Anwendungen wie den eArztbrief oder einen Notfalldatensatz für jede Kasse die Möglichkeit gibt, eigene Anwendungen auf der ePA zu platzieren: „Die ePA der Barmer heißt eCare und bietet vom Start weg einen Mediplaner, in dem Versicherte die Medikamente erfassen können, die sie regelmäßig einnehmen. Auf Wunsch erinnert der Mediplaner an die rechtzeitige Einnahme der Medikamente.“

Universitätsklinik und Arzt sehen großes Potenzial für die ePA

Dr. Christian Elsner, kaufmännischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, skizzierte die Einsatzmöglichkeiten und Potenziale der ePA aus Kliniksicht: „Kliniken arbeiten oft noch mit fallbezogenen Akten. Das Einverständnis der Patienten immer vorausgesetzt, erlaubt die ePA den an der Behandlung Beteiligten, sich nicht nur über den Ist-Zustand zu informieren, sondern auch die Krankengeschichte und den bisherigen Therapieplan einzusehen.“ Relevante familiäre Vorerkrankungen oder langjährige chronische Beschwerden seien dadurch präsent, auch wenn die Patienten diese vielleicht zu erwähnen vergessen.

Große Hoffnungen in die ePA setze auch der in Daun ansässige Facharzt für Allgemeinmedizin Dr. Carsten Schnieder: „Anwendungen wie der Notfalldatensatz, der elektronische Medikationsplan und elektronische Arztbriefe machen die ePA zu einem aktuellen Instrument für die Versorgung. So können Ärzte zum Beispiel Unverträglichkeiten bei der Behandlung leichter berücksichtigen und Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln vorbeugen.“ Neben dem Patientengespräch werde die ePA künftig zur wichtigsten Informationsquelle für Anamnese, Diagnostik und Therapiefortschritt. 

Webcode dieser Seite: p016420 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 21.01.2021
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