Postleitzahl entscheidet über Kosten für Pflegeheim

Mainz, 17. April 2018 – Nur in Nordrhein-Westfalen und im Saarland zahlen die Bürger mehr für ihre Unterbringung im Pflegeheim als in Rheinland-Pfalz. Das zeigt der Pflegereport der Barmer, den die Universität Bremen erstellt hat. Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Rheinland-Pfalz und im Saarland sagt: „Zugespitzt formuliert lässt sich sagen, dass es von der Postleitzahl abhängt, wie viel Pflegeheimbewohner bezahlen müssen.“

Laut Pflegereport zahlen die Bewohner von Pflegeheimen in Rheinland-Pfalz einen Gesamteigenanteil von durchschnittlich 1.895 Euro (Saarland: 2.194 Euro) im Monat. Den größten Unterschied bei den Gesamteigenanteilen für die Unterbringung in Pflegeheimen gibt es zwischen Nordrhein-Westfalen (2.252 Euro) und Sachsen-Anhalt (1.107 Euro). Der Bundesdurchschnitt liegt bei 1.691 Euro (Stand Mai 2017).

Saarland Spitze beim einrichtungseinheitlichen Eigenanteil

Der Gesamteigenanteil, den Pflegeheimbewohner zahlen müssen, setzt sich zusammen aus einem einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE), den Kosten für Verpflegung und Unterkunft sowie den Investitionskosten. „Hauptkostentreiber für die Unterbringung im Pflegeheim ist der EEE“, erklärt Kleis. Er ist im Saarland mit einem Durchschnittswert von 869 Euro pro Monat bundesweit am höchsten und in Thüringen (234 Euro) am niedrigsten. In Rheinland-Pfalz liegt er im Durchschnitt bei 669 Euro. „Die durchschnittlichen EEE sind damit im Saarland fast viermal so hoch wie in Thüringen“, rechnet Kleis vor.

Bei den Kosten für Unterbringung und Verpflegung liegt Rheinland-Pfalz mit durchschnittlich 815 Euro im Monat weit vorn und wird nur von Nordrhein-Westfalen (967 Euro) und dem Saarland (819 Euro) getoppt. Am geringsten sind die Ausgaben für Unterbringung und Verpflegung in Sachsen und Sachsen-Anhalt mit je 531 Euro. Bei den durchschnittlich monatlich in Rechnung gestellten Investitionskosten landet das Saarland mit 506 Euro auf Platz drei im Vergleich aller Bundesländer hinter Bremen (525 Euro) und Nordrhein-Westfalen (520 Euro). Rheinland-Pfalz liegt mit 411 Euro auf Platz sieben. Am niedrigsten sind die Investitionskosten in Sachsen-Anhalt (273 Euro).

Pflegeheimkosten variieren in Landkreisen

„Unterschiede bei den durchschnittlichen Gesamteigenanteilen zeigt auch eine Auswertung der rheinland-pfälzischen und saarländischen Landkreise“, berichtet Kleis. Mit Blick auf Rheinland-Pfalz sind sie in Kaiserslautern mit 2.107 Euro pro Monat am höchsten und im Landkreis Südwestpfalz mit 1.660 Euro am geringsten. Der im Gesamteigenanteil enthaltene EEE ist mit durchschnittlich 532 Euro im Landkreis Birkenfeld am geringsten. Rheinland-Pfälzischer EEE-Spitzenreiter ist Zweibrücken (858 Euro).

Spitzenreiter im Saarland ist der Landkreis St. Wendel mit 2.312 Euro pro Monat. Am niedrigsten sind die durchschnittlichen Gesamteigenanteile im Landkreis Saarlouis mit 2.138 Euro am. Der EEE ist mit durchschnittlich 829 Euro im Landkreis Merzig-Wadern am geringsten. Saarländischer EEE-Spitzenreiter ist der Landkreis Neunkirchen (971 Euro).

Laut Kleis sei es nicht immer leicht, eine geeignete Pflegeeinrichtung zu finden. Nicht nur die Wohnortnähe sei ein wichtiges Suchkriterium, sondern auch das Leistungsangebot oder die anfallenden Kosten. „Eine wichtige Hilfe kann der Pflegelotse sein. Über ihn kann man sich Pflegeheime in der Nähe anzeigen lassen und sie zum Beispiel hinsichtlich Größe oder Lage miteinander vergleichen“, meint Kleis. Weitere Informationen: www.pflegelotse.de.

Webcode dieser Seite: p009335 Autor: Barmer Erstellt am: 17.04.2018 Letzte Aktualisierung am: 17.04.2018
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