Vitamin D: Überdosis kann schwere Folgen haben - Barmer schaltet kostenfreie Hotline

Mehr als 9,6 Millionen 18- bis 79-Jährige bundesweit, ca. 2,1 Millionen in NRW, haben einen Vitamin-D-Mangel. Ein gravierender Mangel kann zu schlechter Knochengesundheit, Osteoporose oder Infekten führen. Da der Körper ca. 90 Prozent des Vitamins mithilfe von Sonnenlicht in der Haut bildet, greifen viele Menschen ab Herbst zu rezeptfreien Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln. Dabei kommt es jedoch auf die richtige Dosierung an. „Eine Überdosis an Vitamin D kann Übelkeit, Appetitlosigkeit und Bauchkrämpfe auslösen. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu Nierenschäden, Herzrhythmusstörungen oder zum Tod kommen. Personen, die langfristig Vitamin-D-Präparate einnehmen möchten, sollten vorher unbedingt mit ihrem Arzt sprechen“, sagt Dr. Utta Petzold, Medizinerin bei der Barmer. Wer Tabletten benötigt, und in welcher Dosierung, hänge vom persönlichen Lebensstil und Erkrankungen ab.

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Natürliche Vitamin-D-Quellen anstatt Sonnenstudio

Nicht jeder Mensch muss zwangsläufig im Herbst und Winter bei Vitamin D künstlich nachhelfen. Besonders wichtig sind täglich wenige Minuten im Freien zur Mittagszeit. Sie kurbeln die Vitamin-D-Produktion in der Haut an – selbst bei bedecktem Himmel in der kalten Jahreszeit. „Mit einem Besuch im Sonnenstudio lässt sich kein Vitamin-D-Mangel vorbeugen. Denn Solarien setzen anstatt der für die Vitamin-D-Synthese benötigte UV-B-Strahlung meist auf UV-A-Strahlung“, erklärt Petzold. Einige Lebensmittel, darunter Fettfische wie Hering, Makrele und Lachs, unterstützen die körpereigene Vitamin-D-Produktion. Auch Eigelb, Margarine, Leber und einige Speisepilze sind dabei hilfreich.

Kostenlose Hotline zum Thema Vitamine im Herbst und Winter

Wohl und Wehe der Gesundheit allein am Vitamin-D-Spiegel festzumachen, ist aber zu kurz gedacht. Im Körper wirkt das fettlösliche Vitamin D nur im Zusammenspiel mit anderen Nährstoffen wie Magnesium und Vitamin K. Welche Vitamine und Mineralien insgesamt wichtig sind, um fit durch die kalte Jahreszeit zu kommen, erläutert der Barmer Teledoktor. Daher hat die Kasse bis zum 2. Dezember 2019 eine Vitamin-Hotline geschaltet. Unter 08008484111 beantworten die Mediziner Fragen aller Anrufer kostenfrei – unabhängig von der Kassenzugehörigkeit.

Dr. Utta Petzold, Medizinerin bei der Barmer

„Keine Selbsttherapie mit Vitamin-D-Tabletten“

BARMER-Medizinerin Dr. Utta Petzold erklärt, welche Menschen ein Risiko für einen Vitamin-D-Mangel haben und warum die Einnahme des fettlöslichen Vitamins auf eigene Faust keine gute Idee ist.

Welche Personen laufen Gefahr, im Herbst und Winter einen Vitamin-D-Mangel zu entwickeln?

Petzold: Menschen, die sich sehr selten oder nur wenige Minuten täglich im Freien aufhalten, weil sie zum Beispiel körperlich eingeschränkt sind, haben ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel. Auch Senioren und dunkelhäutige Menschen können einen Vitamin-D-Mangel entwickeln. Bei Älteren lässt die Syntheseleistung in der Haut nach und der Körper stellt zu wenig Vitamin D her. Die starke Pigmentierung dunkelhäutiger Menschen lässt wenig UV-Strahlung durch, welche für die Bildung von Vitamin D erforderlich ist.

Wie sinnvoll ist ein Bluttest, um den Vitamin-D-Spiegel zu messen?

Petzold: Das hängt von der eigenen Lebenssituation ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Wenn der Arzt einen Verdacht auf Vitamin-D-Mangel beim Patienten hat, beispielsweise bei Anzeichen für Muskelschwäche, erhöhtem Calcium im Serum, Knochenbeschwerden oder Infektanfälligkeit, wird er einen Vitamin-D-Test in Betracht ziehen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in solchen Fällen die Kosten für den Bluttest.

Was gilt es bei Vitamin-D-Präparaten zu beachten?

Petzold: Grundsätzlich sollten Menschen Vitamin-D-Präparate nicht vorsorglich als Selbstmedikation einnehmen, sondern nur nach ärztlicher Empfehlung. Denn die Dosierung sollte abhängig von der Höhe des Vitamin-D-Mangels sein. Eine dauerhafte Einnahme von zu viel Vitamin D kann zu ernsthaften Gesundheitsproblemen wie Calcium-Ablagerungen in den Blutgefäßen oder dauerhaften Nierenschäden führen.  

Webcode dieser Seite: p012547 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 05.12.2019
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