Virale Bindehautentzündung - Jetzt vor hoch ansteckender Augengrippe schützen

Düsseldorf (03.11.2016). Eine besonders ansteckende Form der Bindehautentzündung breitet sich derzeit im Raum Bonn aus. Mehr als 100 Fälle sind dort zuletzt gemeldet worden. Für eine Infizierung mit den Adenoviren muss man nicht einmal mit Betroffenen in Kontakt kommen, eine Übertragung ist auch über Türklinken möglich. "Die Erkrankung wird überwiegend durch Schmier- und Tröpfcheninfektionen mit Tränenflüssigkeit übertragen", erläutert Dr. Utta Petzold von der Barmer GEK. Um sich gegen die Augengrippe zu wappnen, rät sie zu Schutzmaßnahmen. Nur mit einer konsequenten Augen- und Handhygiene lasse sich einer Ansteckung entgegenwirken. "Bei ersten Symptomen wie Rötungen oder ringförmigen Schwellungen der Bindehaut, Fremdkörpergefühl und Juckreiz sollten Betroffene unbedingt einen Augenarzt aufsuchen." 

Die virale Bindehautentzündung (Keratoconjunctivitis epidemica) macht sich in der Regel nach fünf bis zwölf Tagen bemerkbar. Sie kann mehrere Wochen andauern. "Eine Ansteckung ist während der ersten zwei Wochen möglich. Auch deswegen sollten sich Patienten sofort krankschreiben lassen, Kinder sollten dem Kindergarten oder der Schule fernbleiben", erklärt Petzold. Eine Impfung gegen Adenoviren gibt es nicht. Die Erreger sind äußerst umweltresistent und lange infektiös. Einmal ausgebrochen, verbreiten sich die Viren rasch. Die zuverlässigsten Mittel gegen eine Infektion sind regelmäßiges gründliches Händewaschen – mindestens 20 Sekunden mit Handseife – und wenig Hand-Augen-Kontakt. "Rund 14 Mal am Tag berühren wir mit den Händen unsere Augen, häufig unbewusst. Wer viel unterwegs ist und sich deshalb nicht die Hände waschen kann oder einfach nur empfindliche Haut hat, sollte ein Hand-Desinfektionsmittel nutzen", sagt Petzold. Auch sollten Handtücher oder Augentropfen nicht gemeinsam benutzt werden. So könne man zusätzlich die Ausbreitung des Virus‘ eindämmen.

Die Erkrankung müssen Augenärzte nach dem Infektionsschutzgesetz melden. In den letzten Jahren sind die Zahlen laut Robert Koch-Institut (RKI) deutlich zurückgegangen. In NRW kam es 2015 zu 109 Fällen, 2014 erhielten die Gesundheitsämter 151 Meldungen. Für das laufende Jahr hat das RKI 71 Fälle registriert – die Krankmeldungen aus Bonn sind in der Statistik allerdings noch nicht erfasst. 


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Webcode dieser Seite: p006841 Autor: Barmer Erstellt am: 03.11.2016 Letzte Aktualisierung am: 20.12.2016
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