Anti-Baby-Pille und Antibiotika bei Akne: Vorsicht bei Hormonpräparaten mit höherem Thromboserisiko

Düsseldorf (25.04.2016). Hässliche Pickel, Mitesser und Pusteln im Gesicht kennen vor allem Teenager nur zu gut. Allein bei der Barmer GEK in Nordrhein-Westfalen gehen jährlich fast 23.000 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 20 Jahren wegen schlimmer Akne zum Arzt. Erfahrungsgemäß sind Jungen zwar stärker betroffen, doch Mädchen lassen sich mehr als doppelt (ca. 62 Prozent der Patienten) so oft behandeln. "Für die Therapie stehen verschiedene Mittel zur Verfügung. Gleich mit schweren Geschützen wie Antibiotika oder Hormonen vorzugehen, sollte man sich gut überlegen", warnt Heiner Beckmann, Landesgeschäftsführer der Barmer GEK in NRW.

"Die Pille ist kein harmloses Schönheitsmittel"

Medizinisch besonders kritisch ist die Einnahme der Anti-Baby-Pille aus rein kosmetischen Gründen. Wenn äußerlich anwendbare Akne-Mittel nicht helfen und Frauen eine Empfängnisverhütung wünschen, sind auch Hormone ein Mittel der Wahl. Beckmann: "Allerdings kommen immer häufiger neue Präparate zum Einsatz. Diese haben nachweislich ein höheres Thromboserisiko, möglicherweise mit lebensbedrohlichen Folgen. Die Pille ist kein harmloses Schönheitsmittel." Der Barmer GEK Arzneimittelreport 2016 zeigt, dass inzwischen 78 Prozent der bei Akne verordneten Anti-Baby-Pillen ein höheres Thromboserisiko aufweisen als bewährte, ältere Wirkstoffe. Das Bundesinstitut für Arzneimittel rät Frauen unter 30 Jahren von den neueren Wirkstoffen ab. "Patientinnen sollten sich unbedingt beim Arzt über mögliche Risiken informieren", rät Beckmann.

Antibiotika nur in schweren Fällen verwenden

Auch bei der Verordnung von Antibiotika sollten Ärzte bei leichten Fällen zurückhaltend sein, um mögliche Resistenzbildungen zu verhindern. Bei leichter bis mittelschwerer Akne eignen sich etwa chemische Schälmittel.

Akne kann in seltenen Fällen ein Leben lang anhalten. Wenn der Kanal von der Talgdrüse zur Hautoberfläche durch eine übermäßige Verhornung der Hautzellen verstopft, wird der dort gebildete Talg zurückgehalten. In dem gestauten Pfropfen können sich Bakterien besonders gut vermehren. Informationen zur Akne-Therapie unter: Krankheit und Behandlung von Akne


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Webcode dieser Seite: p003583 Autor: Barmer Erstellt am: 25.04.2016 Letzte Aktualisierung am: 20.12.2016
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