NRW: Probleme mit Rücken und Psyche sorgen für die meisten Krankschreibungen

Düsseldorf, 23. April 2021 – Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und psychische Probleme waren im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen die Hauptgründe für krankheitsbedingte Ausfälle am Arbeitsplatz. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Barmer hervor. Mit Rückenleiden und anderen Diagnosen im Bereich des Muskel-Skelett-Systems war 2020 jeder Arbeitnehmer bzw. jede Arbeitnehmerin in NRW rechnerisch vier Tage krankgeschrieben (2019: 3,9). Im Bereich der „Psychischen und Verhaltensstörungen“ lag der durchschnittliche Wert 2020 bei 3,9 Arbeitsunfähigkeitstagen pro Versichertem (2019: 3,9). Bei den psychischen Erkrankungen verzeichnet die Barmer schon seit Jahren einen Anstieg der Zahlen. Nun stagnieren die Werte auf einem hohen Niveau. „Es ist nicht auszuschließen, dass Corona aufgrund der Einschränkungen im sozialen Miteinander zu mehr psychischen Problemen bei den Versicherten führt“, sagt Heiner Beckmann, Landesgeschäftsführer der Barmer in NRW. „Mutmaßlich müssten wir daher einen deutlichen Anstieg der Zahlen verzeichnen. Dass dies nicht so ist, führt zur Annahme, dass viele womöglich aus Angst vor einer Corona-Infektion einen Arztbesuch meiden“, so Beckmann. Wichtig sei, dass Arztbesuche nicht aus Angst vor Corona aufgeschoben werden. Das gelte für psychische Leiden, aber auch für alle anderen Anzeichen von Krankheit und auch für Vorsorgeuntersuchungen.


Zahl der Atemwegserkrankungen stagniert

Atemwegserkrankungen wie Erkältungsschnupfen und Bronchitis führten 2020 wie schon im Jahr zuvor zu durchschnittlich 2,2 Arbeitsunfähigkeitstagen. „Gerade zu Beginn der Pandemie sind viele Beschäftigte mit Atemwegserkrankungen schon bei leichten Erkältungssymptomen vorsorglich krankgeschrieben worden. Ferner könnte die Krankschreibung per Telefon bei leichten Erkrankungen der oberen Atemwege, die ab März möglich war, zu einem vorübergehenden Anstieg der Krankschreibungen beigetragen haben“, erläutert Heiner Beckmann. Dies könne erklären, warum die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage im Land wegen Atemwegserkrankungen im Corona-Jahr 2020 trotz Abstands- und Hygiene-Regeln nicht gesunken sei.


Gesündeste Arbeitnehmer in Bonn, Köln und Düsseldorf

Diagnoseübergreifend verzeichnet die Barmer bei den Arbeitsunfähigkeitstagen in NRW einen leichten Rückgang. 2020 lag der durchschnittliche Wert bei 18,0 AU-Tagen pro Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer (2019: 18,1). Beim Blick auf Städte und Kreise in NRW erreichen insbesondere einige Städte im Ruhrgebiet im negativen Sinne Spitzenwerte. Die meisten AU-Tage pro Erwerbsperson verzeichnete die BARMER im vergangenen Jahr in Gelsenkirchen (23,2), gefolgt von Herne (22,6). Aber auch im Rheinland weisen gleich drei Regionen einen verhältnismäßig hohen Wert auf: Heinsberg (21,2) sowie Aachen und Düren (beide 21,1). Im Vergleich dazu sind die Erwerbstätigen in Bonn laut Statistik deutlich gesünder. In der Bundesstadt verzeichnete die Barmer 13,9 Arbeitsunfähigkeitstage. In den beiden Rheinmetropolen Köln (15,2) und Düsseldorf (15,3) liegen die Zahlen ebenfalls unter dem NRW-Wert. Ähnliche Zahlen weisen auch Bielefeld (15,3) und Gütersloh (15,4) auf. Im Rahmen der aktuellen Analyse hat die Krankenkasse die Daten von rund 930.000 Erwerbspersonen zwischen 16 und 64 Jahren in NRW ausgewertet, die bei der Barmer versichert sind.

Webcode dieser Seite: p016737 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 23.04.2021
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