Depressionen: NRW ist das Bundesland mit den meisten Betroffenen

Düsseldorf, 15. August 2017 - 1,3 Mio. Menschen in Nordrhein-Westfalen haben Depressionen – in keinem anderen Bundesland gibt es annähernd so viele Betroffene (s. Tabelle). Dies geht aus einer Analyse der Barmer auf Basis von Daten für das Jahr 2015 hervor. Mehr als ein Fünftel aller Depressionskranken (bundesweit ca. 5,8 Mio. Menschen) lebt demnach in NRW. Innerhalb von drei Jahren ist die Zahl der Erwachsenen mit der Diagnose „depressive Episode“ hier um mehr als zehn Prozent gestiegen. „Depressionen sind längst eine Art Volkskrankheit, die so früh wie möglich behandelt werden sollte. Sie können eine langwierige Krankheit sein, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann“, betont Heiner Beckmann, Landesgeschäftsführer der Barmer in NRW.Die Grafik zeigt die fünf Bundesländer mit der höchsten Zahl an Depressionskranken.

Frauen leider häufiger und anders als Männer unter Depressionen

Männer sind bei einer Depression häufiger von Suizid betroffen als Frauen, dabei ist die Diagnoserate bei ihnen deutlich geringer: Während Ärzte bei ca. 486.600 Männern in NRW eine Depression diagnostiziert haben, sind es bei den Frauen ca. 805.400 Betroffene. Unterschiede zwischen den Geschlechtern machen sich auch beim Umgang mit den ersten Anzeichen der Erkrankung bemerkbar: „Frauen berichten tendenziell häufiger von Symptomen, sie fühlen sich stärker belastet und suchen schneller nach Hilfe. Erfahrungsgemäß vermuten sie eher familiäre oder gesundheitliche Probleme als Grund ihrer Depression. Männer hingegen klagen häufiger über Schlafprobleme und geben meist berufliche Probleme als Grund an“, sagt Beckmann.

Online-Trainings bieten erste Hilfe und beugen Depressionen vor

Zu den Hauptsymptomen einer Depression zählen Mediziner gedrückte Stimmung, Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Desinteresse und Freudlosigkeit sowie Antriebsmangel und erhöhte Ermüdbarkeit. Häufig fällt es Betroffenen, insbesondere Männern, schwer, sich professionelle Hilfe zu suchen. „Online-Trainings wie PRO MIND zur Stärkung der Psychischen Gesundheit zeigen Betroffenen, wie sie ihre Erschöpfung überwinden können und welche Techniken beim Stress-Abbau helfen“, erläutert Beckmann. Sie seien zwar kein Ersatz für einen Therapeuten, können aber eine Verschlimmerung der Depression verhindern oder im besten Fall gar nicht erst entstehen lassen.

Mehr Informationen zu PRO MIND unter: www.barmer.de/g100069.

Webcode dieser Seite: p008125 Autor: Barmer Erstellt am: 15.08.2017 Letzte Aktualisierung am: 15.08.2017
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