Auf den Magen geschlagen

Mehr Magensäureblocker verordnet

Hannover, 01.02.2017 - Immer mehr Menschen in Niedersachsen und Bremen bekommen Magensäureblocker, auch Protonenpumpen-Inhibitoren oder PPI genannt, vom Arzt verschrieben. Dies geht aus einer Auswertung der Barmer hervor. Im Jahr 2015 verordneten Mediziner hierzulande 17 Prozent den bei der Kasse Versicherten Patienten PPI, im Jahr 2011 waren es noch 14 Prozent. In Bremen stieg der Anteil ebenfalls, von 13 auf 15 Prozent. „Magensäureblocker können abhängig machen und sollten daher bei akuten Beschwerden nur über einen begrenzten Zeitraum in Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden“, sagt die Landesgeschäftsführerin der Barmer in Niedersachsen und Bremen, Heike Sander.

Immer mehr junge Menschen mit Magensäureblockern

Grundsätzlich finden sich die höchsten Verordnungsraten laut Barmer bei den betagten und hochbetagten Versicherten. „Wir beobachten aber, dass auch immer mehr junge Menschen Magensäureblocker einnehmen“, so Sander. Bedenklich sind dabei vor allem hohe Steigerungsraten bei jungen Menschen. Während in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen 2011 noch 6,5 Prozent der weiblichen Versicherten und 4,7 Prozent der männlichen Versicherten in Niedersachsen PPI verordnet wurden, waren es 2015 bereits 9,6 Prozent der weiblichen Versicherten und 6,5 Prozent der männlichen Versicherten. „Dass jungen Menschen immer häufiger Protonenpumpen-Hemmer verordnet werden, gibt Anlass zur Sorge. Ein Grund dafür könnte womöglich sein, dass sich junge Menschen immer häufiger unter Druck fühlen, was ihnen buchstäblich auf den Magen schlägt“, erklärt Heike Sander.

Präparate können abhängig machen

Magensäureblocker kommen zum Beispiel zum Einsatz, wenn die Betroffenen unter Sodbrennen leiden, eine entzündete Magenschleimhaut oder gar Geschwüre haben. Immer häufiger finden sie zudem Anwendung, wenn Schmerzmittel oder über längere Zeit Cortison eingenommen werden muss. Hier verhindern sie Magenschmerzen, indem sie die Magensäure reduzieren und so dem Magen helfen, sich wieder zu regenerieren. Obwohl Magensäureblocker als sichere Medikamente gelten, ist deren zunehmender Einsatz nicht unbedenklich. Wer zu lange Magensäureblocker schluckt, kann in einen Teufelskreis geraten, weil der Körper sich an die Medikamente gewöhnt. Wenn die PPI dann abgesetzt werden, kann es zu einer überschießenden Magensäureproduktion kommen, die schnell zu neuen Magenschmerzen oder Sodbrennen führen kann. Die Betroffenen werden daraufhin wieder zu PPI greifen.

Webcode dieser Seite: p007189 Autor: Barmer Erstellt am: 08.02.2017 Letzte Aktualisierung am: 08.02.2017
Nach oben