Nur 32,5 Prozent bei Zahn-Früherkennung. Milchzahnkaries hat lebenslange Folgen

Hannover, 6. Juni 2018 – Das die Milchzähne ohnehin ausfallen und daher Karies im Kindesalter nicht dramatisch sein könne, ist ein dramatischer Irrtum. „Milchzahnkaries kann lebenslange Folgen haben, denn Karies im Kindesalter wirkt sich auch auf die nachwachsenden Zähne aus“, sagt Heike Sander, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Niedersachsen und Bremen. „Unbehandelter Milchzahnkaries kann den Schmelz der bleibenden Zahnkeime schädigen, zudem können die Zahnlücken Sprachfehler verursachen.“ Eltern sollten deshalb die Kinderzähne nicht vernachlässigen und die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen, die zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat durchgeführt werden. Die gesetzliche Krankenversicherung trägt die Kosten für maximal drei Früherkennungsuntersuchungen im Abstand von mindestens zwölf Monaten. In Niedersachsen nahmen laut Barmer-Zahnreport 2018 allerdings nur 32,5 Prozent der Berechtigten dieses Angebot beim Zahnarzt in Anspruch, in Bremen sogar nur 26,5 Prozent - beide Werte liegen weit unter dem Bundesdurchschnitt von 35,1 Prozent. Auch bei der Individualprophylaxe der über Sechsjährigen liegen die beiden Bundesländer mit 56,3 Prozent Inanspruchnahme in Bremen und 62,7 Prozent in Niedersachsen im Bund (Durchschnitt: 65,7 Prozent) weit hinten.

Tipps für die Kinderzahnpflege

Früh übt sich, wer gesunde Zähne haben will. So sollte schon im Babyalter mit dem Zähneputzen begonnen werden. Dabei kommt es weniger auf die Gründlichkeit an, denn Babys haben meist einen sehr regen Speichelfluss, der reinigend wirkt. Vielmehr geht es darum, dass das Zähneputzen früh zur Gewohnheit wird. „Machen sie das Zähneputzen zum Ritual, indem es immer zur selben Zeit stattfindet“, sagt Sander. Manche Kinder lassen sich leichter motivieren, wenn eine Stoppuhr mitläuft, Bilderbücher übers Zähneputzen angeschaut oder Zahnputzlieder gesungen werden.

Zucker ist der größte Feind

Auch gemeinsames Zähneputzen kann Kinder an die Zahnpflege gewöhnen. Denn dass Erwachsene auch ihre Zähne putzen müssen, ist vielen nicht klar. Sie sind längst im Bett, wenn Mama und Papa zur Zahnbürste greifen. Beim gemeinsamen Zähneputzen können die Eltern die richtigen Bewegungen vormachen, anschließend sollten sie bei den Kindern nachputzen. Sander: „Die motorischen Fähigkeiten reichen oft noch nicht für eine gründliche Zahnreinigung. Erst wenn Kinder die Schreibschrift beherrschen, können sie alleine gut Zähne putzen.“ Der größte Feind der Zähne ist und bleibt Zucker. Naschen in Maßen ist trotzdem erlaubt, wichtig ist aber, dass abends auf zuckerhaltige Speisen verzichtet wird. Hierzu gehören auch Kakao, Säfte und Smoothies.

Webcode dieser Seite: p009615 Autor: Barmer Erstellt am: 06.06.2018 Letzte Aktualisierung am: 06.06.2018
Nach oben