Dickes Problem in Niedersachsen: Zwölf Prozent mit Adipositas

Hannover, 19. Mai 2021 – Übergewicht und Adipositas haben sich zu einer Epidemie entwickelt. „Allein in Niedersachsen wurde laut aktuellem Barmer Arztreport zwölf Prozent der Arztbesucherinnen und Arztbesucher die Diagnose ‚Adipositas und sonstige Überernährung‘ gestellt, in ganz Deutschland waren es 10,1 Prozent“, sagt Barmer-Landesgeschäftsführerin Heike Sander. 10,7 Prozent der Männer und 13,2 Prozent der Frauen im Land erhielten eine entsprechende Diagnose. Die Tendenz ist steigend. Vor fünf Jahren waren noch rund neun Prozent in Niedersachsen betroffen, 8,1 Prozent der Männer und 10,1 Prozent der Frauen. Schon moderates Übergewicht kann zu einer Reihe von körperlichen Beschwerden führen. So kann es zu Kurzatmigkeit, Atemnot und verstärkter Schweißbildung sowie zu Knie-, Hüft- und Kreuzbeschwerden durch Überlastung der Gelenke kommen. Adipositas ist darüber hinaus für eine Vielzahl von weiteren Erkrankungen mit verantwortlich. Dazu zählen Bluthochdruck und Diabetes mellitus.

Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigt

Je größer das Übergewicht, desto höher die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken. Zudem kann Übergewicht zu Veränderungen im Fettstoffwechsel führen. Die Kombination von Diabetes mellitus, Bluthochdruck, veränderten Blutfettwerten und Adipositas wird als metabolisches Syndrom bezeichnet. Hier besteht für Patienten die große Gefahr, dass es zu Ablagerungen in den Gefäßen kommt. Die Arteriosklerose betrifft dabei das gesamte Gefäßsystem. Das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigt somit erheblich an. Je nach Dauer und Schwere des Übergewichts kann es außerdem zur Herzvergrößerung mit Herzinsuffizienz (Herzschwäche) kommen.

Schon geringe Gewichtsabnahme kann sich positiv auswirken

Von starkem Übergewicht (Adipositas oder Fettleibigkeit) spricht man, wenn der Fettanteil übermäßig hoch ist. Er gilt als zu hoch, wenn der Body-Mass-Index (BMI) über 30 liegt. Vor allem bei ausgeprägter Adipositas ist es sinnvoll, abzunehmen. Dies ist einfacher gesagt als getan, erfordert viel Engagement, Durchhaltevermögen und eine gute Unterstützung. Die gute Nachricht ist: Bereits eine Gewichtsabnahme von wenigen Kilogramm kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Wenn ein Ernährungs- und Bewegungsprogramm nicht ausreicht, kann eine ergänzende Behandlung mit einem Medikament das Abnehmen unterstützen. Nach dem Abnehmen langfristig nicht wieder zuzunehmen, ist meist schwerer als das Abnehmen selbst. Dies hat mit Vorgängen im Stoffwechsel, Hormonhaushalt und zentralen Nervensystem zu tun, die mehr darauf ausgerichtet sind, den Körper im Gleichgewicht zu halten als abzunehmen. Beispielsweise verringert sich durch einen Gewichtsverlust auch die Muskelmasse und damit der Energiebedarf. Das bedeutet: Je mehr man abnimmt, desto schwieriger wird es, das erreichte Gewicht zu halten oder noch mehr Gewicht zu verlieren. Vielen Menschen fällt es außerdem schwer, über viele Jahre entwickelte Gewohnheiten und Verhaltensweisen dauerhaft zu ändern. Mehr Infos unter www.barmer.de/a004889


Webcode dieser Seite: p016858 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 19.05.2021
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