Christian Pegel und Prof. Dr. Christoph Straub auf dem Podium

Schöne neue Welt? Digital arbeiten und gesund leben

Ob Smartphone, Tablet oder Apps, für die meisten Berufstätigen ist Digitalisierung am Arbeitsplatz schon längst Alltag. Digitales Arbeiten bringt große Chancen für Betriebe, Führungskräfte und auch die Beschäftigten mit sich. 

Prof. Dr. Christoph Straub auf dem Podium.

Neue, flexible Arbeitsformen werden ermöglicht, Prozesse vereinfacht und Kommunikation kann praktisch von jedem Ort der Welt aus stattfinden. Trotz der Chancen birgt Digitalisierung auch einige Risiken. Vor allem droht Überlastung, wenn der Einsatz von Diensthandy und Co. während der Freizeit nicht begrenzt wird. Diese und weitere spannende Ergebnisse der repräsentativen Längsschnittstudie „Digital arbeiten und gesund leben“ wurden am 21. Oktober beim BARMER Unternehmerforum im Rostocker Theater des Friedens vorgestellt. Mehr als 80 Gründer und Unternehmer aus Mecklenburg-Vorpommern waren der Einladung der BARMER gefolgt.

„Unsere Studie zeigt, dass eine ausgewogene Balance zwischen Arbeit und Privatleben im Zuge der Digitalisierung immer wichtiger wird. Wer hier eine klare Linie zieht, ist weniger anfällig für Konflikte und seltener emotional erschöpft“, stellte Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER auf dem Podium heraus. Im Auftrag der BARMER hat die Universität St. Gallen für die Studie rund 8.000 Beschäftigte befragt, die auf der Arbeit digitale Technologien nutzen. Auch bei der BARMER sei die Digitalisierung fest integriert, sagte Prof. Straub. So arbeite die Krankenkasse bei vielen Prozessen bereits papierlos. Für das Wohlbefinden der Mitarbeiter werden aktuelle flexible Arbeitsmodelle getestet. 

Beschäftigte aus MV weniger digital belastet

Studienautor Prof. Dr. Stephan Alexander Böhm von der Universität St. Gallen erläuterte weitere Ergebnisse der Analyse. „Die Umfrage zeigt, dass Telearbeiter sich weniger erschöpft und gestresst fühlen. Außerdem leidet nur rund ein Drittel von ihnen unter Schlafproblemen, während es bei Beschäftigten mit starren Arbeitszeiten knapp die Hälfte ist“, stellte er einen positiven Effekt von Digitalisierung heraus. Klar sei jedoch auch, dass digitales Arbeiten zur Belastung werden könne. Im Bundesvergleich fänden sich in Mecklenburg-Vorpommern prozentual weniger Beschäftigte, die sich aufgrund von digitaler Überlastung ausgebrannt fühlen. Ob das an einem gesunden Umgang mit digitalen Medien hierzulande liegt, oder eher an den unzureichenden Möglichkeiten mancherorts, digital arbeiten zu können, blieb an diesem Abend offen.

Energieminister Christian Pegel zum digitalen Stand in MV

Energieminister Christian Pegel, der gemeinsam mit Prof. Straub und Prof. Böhm die Chancen und Grenzen der Digitalisierung in der Arbeitswelt diskutierte, verwies in diesem Zusammenhang auf die Potenziale für die Wirtschaft vor Ort. Der flächendeckende Breitbandausbau mache Mecklenburg-Vorpommern zu einem lukrativen Standort für Unternehmen. Führungskräfte sollten gerade wegen der unbegrenzten Möglichkeiten beim digitalen Arbeiten über gesunde Rahmenbedingungen für ihre Mitarbeiter nachdenken.

Gesundheitsmanagement für mehr Wohlbefinden 

Auch für Prof. Straub war die Schlussfolgerung an diesem gelungenen Abend, dass Unternehmen sich heute mehr denn je für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter einsetzen müssen: „Die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Arbeitsleben zeigen einmal mehr, dass ein zeitgemäßes Betriebliches Gesundheitsmanagement unverzichtbar ist. Denn es verringert gesundheitliche Belastungen, steigert das psychische und physische Wohlbefinden der Beschäftigten und somit auch deren Arbeitszufriedenheit und Produktivität. Unternehmen sollten klare Regeln für den Umgang mit neuen Kommunikationstechnologien schaffen, damit die Digitalisierung die Arbeit erleichtert und nicht belastet. Dies ist sowohl im Sinne der Belegschaft als auch des Unternehmens. Die BARMER wird die Erkenntnisse dieser Studie nutzen, um Unternehmen noch gezielter zu unterstützen. Mit passgenauen Angeboten helfen wir ihnen, die Digitalisierung gesundheitsfördernd einzusetzen.“

Webcode dieser Seite: p012450 Autor: BarmerLetzte Aktualisierung am: 13.11.2019
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