Ministerin Drese mit der Selbsthilfeorganisation auf dem Weihnachtsmarkt   Foto: Bernd Schulte

Kein Infostand zur Organspende in Schwerin

Um Menschen über Organspende aufzuklären, war die Selbsthilfegruppe "Das zweite Leben – Nierenlebendspende e.V." in den letzten Jahren immer mit einem Stand auf dem Schweriner Weihnachtsmarkt vertreten. Da die Mitglieder Spender oder Empfänger einer Nierenlebendspende sind, brachte die Corona-Pandemie für sie besondere Risiken mit sich. Schweren Herzens entschloss sich die Gruppe aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr in diesem Jahr - noch vor Absage des Weihnachtsmarktes - nicht nach Schwerin zu reisen. Horst Gördel fasste stellvertretend für alle Mitglieder zusammen, was das für sie bedeutet.  

All unsere Aktivitäten, die für 2020 geplant waren, fielen ins Wasser. Auch wir wurden durch den Coronavirus in jeglicher Weise gestoppt (...). Wie gehe ich als Nierenlebendspender oder auch als Empfänger einer Nierenlebendspende mit dieser Situation um? Am Anfang steht der Gedanke, was nun? Die Frage "Wie ist meine ärztliche Versorgung gewährleistet?" kommt auf. Zumal die Krankenhäuser sich auf Pandemiepatienten vorbereiten. Bin ich wirklich als älterer Mensch, als Nierenlebendspender oder als Empfänger einer Nierenlebendspende besonders gefährdet? Wie verhalte ich mich richtig? All die Sorgen, die im Kopf hin und her springen, werden erstmal sortiert. In Ruhe Ordnung schaffen und nachdenken (...). 

Persönlicher Austausch liegt am Herzen

Unser Anliegen als Selbsthilfegruppe ist weit verbreitet unter den Einwohnern der Landeshauptstadt Schwerin und den vielen Gästen zur Weihnachtszeit. Seit 2015 sind wir auf dem Schweriner Weihnachtsmarkt vertreten. Unser Informationsstand ist immer gut besucht. Wir reichen Lebkuchen mit einem Organspendeausweis an die Bevölkerung weiter. Kinder sind gern gesehen und haben die Möglichkeit, am Glücksrad einen Preis zu bekommen. Es ist nicht nur eine Zeit des Schenkens, sondern auch der Augenblick, mit den Erwachsenen ins Gespräch zu kommen. Es ist immer wieder eine Freude, wenn Menschen auf uns zukommen und das Gespräch suchen. Ob jung oder alt, das Thema ist die Organspende, aber auch die Nierenlebendspende, die uns sehr am Herzen liegt. Viele Bescher kommen auf uns zu und berichten, über Erfahrungen die sie selbst oder in der Familie gemacht haben. Dafür sind wir da, um zu informieren, sich auszutauschen und mit gutem Gefühl wieder auseinanderzugehen (...).

Viele haben bereits einen Organspendeausweis

Es sind mit der Zeit nicht nur Gespräche über Organspende oder Transplantation geworden, nein, es sind auch sehr persönliche Gespräche, die wir führen. Dieses werte ich als Vertrauensbeweis, uns und unserer Selbsthilfegruppe gegenüber. Es sind ja nicht nur die älteren Menschen, mit denen wir reden und uns austauschen, nein, auch Jugendliche finden den Weg zu uns. Immer wieder erstaunlich, dass sich viele Menschen es sich nicht nehmen lassen, uns den ausgefüllten Organspendeausweis zu zeigen. Das Anliegen ist klar. Die unterschiedliche Auslegung lässt uns manchmal staunen und auch grübeln. Wenn wir uns so unterhalten oder reden, kommt ein Gefühl der Freude auf, weil vieles, was in der Vergangenheit nicht so einleuchtend war, sich doch zum Vorteil stark geändert hat. Ich denke, auch ein Erfolg unserer ehrenamtlichen Arbeit. Es liegt uns sehr am Herzen, dass sich viele Menschen mit diesem Problem auseinandersetzen (...). 

Hier gibt es weitere Informationen zur Selbsthilfegruppe "Das zweite Leben – Nierenlebendspende e.V."

Webcode dieser Seite: p016277 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 17.12.2020
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