Gesundheitsversorgung in MV stärker an Bedürfnissen der Patienten ausrichten

Der Landtag MV hat eine Enquete-Kommission zur "Zukunft der medizinischen Versorgung in MV" eingesetzt. Als Landeschef der BARMER ist Henning Kutzbach als Mitglied berufen worden.

„Das Gesundheitssystem in Mecklenburg-Vorpommern steht mit Blick auf den demographischen Wandel, den Fachkräftemangel, den veränderten Versorgungsbedarf, den technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt in der Versorgung und Heilung von Krankheiten sowie auf die bundesrechtlichen Rahmenbedingungen vor großen Herausforderungen.“ So beschreibt der Antraq der Fraktionen von SPD, CDU und Linken im Landtag Mecklenburg-Vorpommern die Notwendigkeit, eine Enquete-Kommission zur Zukunft der Gesundheitsversorgung einzusetzen.

BARMER-Landeschef Henning Kutzbach

Aus Sicht der BARMER bietet eine Enquete-Kommission eine sehr gute Möglichkeit, abseits von der Tagespolitik, Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige und qualitätsorientierte medizinische Versorgung im Land zu gewinnen. Als Landesgeschäftsführer der BARMER wurde ich als Experte in die Kommission berufen. Folgende Punkte sollten für mich im Fokus der Diskussion stehen:

Versorgung sektorenübergreifend planen

Das Gesundheitssystem muss stärker an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten ausgerichtet werden: Nur wenn die unterschiedlichen Versorgungsbereiche besser miteinander verzahnt werden, wird künftig eine bedarfsgerechte und kontinuierliche medizinische Behandlung möglich sein. Deshalb ist ein Systemwechsel hin zu einem stärker auf Kooperation basierenden Gesundheitswesen für eine bessere Effizienz dringend notwendig.

Gelingen kann dieser Wechsel, wenn gemeinsame Rahmenbedingungen für den ambulanten und den stationären Bereich geschaffen werden. So muss bei der Ermittlung des tatsächlichen Versorgungsbedarfs eine sektorenübergreifende Perspektive eingenommen werden. Die Versorgungsplanung sowie die Zulassung von Ärztinnen und Ärzten und Leistungserbringern in den derzeit getrennten Versorgungsbereichen muss aufeinander abgestimmt werden. Hier könnte Mecklenburg-Vorpommern als Modellregion für die Erprobung sektorenübergreifender Versorgung eine Vorreiterrolle einnehmen.

Qualität und Versorgung vor Ort sichern 

Dabei steht die Qualität der Versorgung im Mittelpunkt. Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern müssen sich darauf verlassen können, dass sie die medizinisch bestmöglichste Behandlung erhalten. Da sich die Medizin immer weiter spezialisiert, braucht man dazu modernste Technik und eingespielte Teams, die viel Erfahrung mitbringen. Dies ist in der Regel nur in entsprechenden Zentren möglich. Die Diskussion um Mindestmengen und weiteren Qualitätsanforderungen in der Krankenhausbehandlung erhöht dabei den Handlungsdruck.

Gleichzeitig muss die medizinische Versorgung in strukturschwachen Regionen wohnortnah gewährleistet sein. Dazu können Leistungsanbieter in regionalen Versorgungsverbünden optimal vernetzt werden. Digitale Technologien unterstützen diese Zusammenarbeit über die Sektorengrenzen hinweg. Ausgangspunkt ist dabei die sektorenübergreifende Versorgungsplanung. Versorgungsverbünde können zum Beispiel aus Versorgungskernen wie Kliniken oder Medizinischen Versorgungszentren heraus entwickelt werden. Dabei müssen die betreffenden Kommunen und Landkreise schon bei der Planung einbezogen werden. Die Menschen vor Ort müssen spüren, dass ihre Versorgung in den neuen Strukturen gesichert ist.


Mehr zu den Vorstellungen der BARMER für die Arbeit der Enquete-Kommission gibt es auch in diesem Video

Webcode dieser Seite: p015504 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 18.09.2020
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