Ausgaben für Arzneimittel steigen weiter

Schwerin (05.02.2016) Die Ausgaben für Medikamente sind 2014 um 6,35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt die Barmer GEK nach Auswertung ihrer Versichertendaten in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt hat die Krankenkasse 2014 für Arzneimittel knapp 145 Millionen Euro im Land ausgegeben. Pro Kopf sind dies 566 Euro – deutlich mehr als der Bundesdurchschnitt, der bei rund 483 Euro liegt.

Aber auch im Land sind die Unterschiede beträchtlich. Während im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte pro Kopf 520 Euro verordnet wurden, fallen im Landkreis Vorpommern-Greifswald 599 Euro an.
"Die Gründe für diese regionalen Unterschiede können wir auf der Basis unsere Zahlen nicht umfassend erklären", sagt Landesgeschäftsführer Henning Kutzbach. Erklärungsansätze können unterschiedliche soziale Strukturen, das Verordnungsverhalten oder besonders hohe Ausgaben für einzelne Versicherte sein.

3,5 Prozent der Verordnungen verursachen 39 Prozent der Kosten

In ihrem aktuellen Arzneimittelreport hat die Barmer GEK untersucht, welche Rolle innovative Medikamente und Spezialpräparate bei den Ausgaben spielen. Dazu zählen gentechnologisch oder biologisch hergestellte Arzneimittel, etwa zur Behandlung von Rheuma, Krebs oder – ganz aktuell - Hepatitis C. Ergebnis: Bundesweit waren bei der Barmer GEK Spezialpräparate mit rund 1,73 Milliarden Euro der größte Posten.
Das erst 2014 neu eingeführte Hepatitis-C-Medikament „Sovaldi“ schlug bei der Kasse im selben Jahr mit über 51 Millionen Euro zu Buche. Eine zwölfwöchige Therapie mit "Sovaldi" kostet rund 43.500 Euro. Henning Kutzbach: "Solche extremen Medikamentenpreise setzen unser solidarisches Gesundheitssystem unter Druck. Unterm Strich verursachten 3,5 Prozent der Verordnungen 39 Prozent der gesamten Arzneimittelausgaben bei der Barmer GEK."


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Webcode dieser Seite: p002996 Autor: Barmer Erstellt am: 05.02.2016 Letzte Aktualisierung am: 20.12.2016
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