Fluch der Pubertät: Akne

Schwerin (21.03.2016) Hässliche Pickel, Mitesser und Pusteln im ganzen Gesicht – ein Problem, das vor allem Teenager nur zu gut kennen. Allein bei der Barmer GEK in Mecklenburg-Vorpommern suchen im Jahr rund 2600 Jugendliche im Alter von 10 bis 20 Jahren wegen schlimmer Akne-Beschwerden den Arzt auf. Erfahrungsgemäß sind Jungen zwar stärker betroffen, doch Mädchen lassen sich doppelt (65 Prozent der Patienten) so oft behandeln, wie eine Auswertung von Versichertendaten der Barmer GEK belegt.

Akne ist weltweit häufigste Hautkrankheit

Akne ist weltweit die häufigste Hautkrankheit. Etwa 70 bis 95 von hundert Jugendlichen haben mit den typischen Hautveränderungen zu kämpfen. Die entzündliche Erkrankung der Talgdrüsen und Haarfollikel ist, bedingt durch die hormonellen Veränderungen, eine typische Begleiterscheinung der Pubertät und klingt meist im Laufe des dritten Lebensjahrzehnts wieder ab, weiß Dr. Gaston Schley, Chefarzt der Helios-Hautklinik Schwerin. In seltenen Fällen kann sie jedoch auch ein Leben lang anhalten. Sie entsteht, weil der Kanal, der von der Talgdrüse zur Hautoberfläche führt durch eine übermäßige Verhornung der Hautzellen verstopft und so der dort gebildete Talg zurückgehalten wird. Gleichzeitig ist die Talgproduktion erhöht. In dem gestauten Talg können sich Bakterien gut vermehren. Die Masse aus Fett, Hornzellen, weißen Blutkörperchen und Bakterien bläht die Talgdrüse langsam auf, bis sie dem Druck nicht mehr standhält und sich ihr Inhalt in das umgebende Gewebe entleert.

Nicht gefährlich aber sehr belastend

Akne ist weder gefährlich noch ansteckend, kann für die Betroffenen seelisch aber sehr belastend sein. Während es bei leichter Akne genügen kann mit geeigneten Pflegeprodukten zu behandeln, ist es bei ausgeprägteren Formen sinnvoll, einen Hautarzt oder eine Hautärztin aufzusuchen und sich von ihm bzw. ihr beraten zu lassen. Dr. Gaston Schley: "Etwa 15 bis 30 von hundert Betroffenen benötigen eine fachärztliche Behandlung. Diese sollte möglichst frühzeitig beginnen, um weitreichende Hautschäden mit Narbenbildung zu verhindern".

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Wichtig ist es, nicht selbst an den Mitessern herumzudrücken. Hier kann stattdessen eine medizinisch ausgebildete Kosmetikfachkraft helfen. Die Behandlung erfolgt stadienabhängig, so wird bei der milden Form mit bestimmten Gels oder Cremes behandelt. Eine zusätzliche innerliche Therapie kommt erst ab der mittelschweren bis schweren Akne zum Einsatz ( Antibiotika oder Retinoide ). Bei der schweren Akne der Frau kann zusätzlich ein antiandrogenes Kontrazeptivum (Pille) zum Einsatz kommen.
Betroffene müssen aufgeklärt werden, das Geduld wichtig ist, da die größte Besserung des Befundes erst zwischen der 8. und 24. Behandlungswoche eintritt.

Webcode dieser Seite: p000532 Autor: Barmer Erstellt am: 21.03.2016 Letzte Aktualisierung am: 15.12.2016
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