Cannabis und Alkohol bei Jugendlichen ein Problem

Schwerin, 21.06.18 – Wie neue Studienergebnisse der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) zeigen, ist der Konsum von Cannabis bei 12- bis 25-Jährigen in Deutschland in den vergangenen Jahren angestiegen. So gaben 16,8 Prozent der 18- bis 25-Jährigen an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben.

Im Jahr 2008 waren es noch 11,6 Prozent. Besonders deutlich ist der Anstieg bei jungen Männern in dieser Altersgruppe. Aktuell gibt etwa jeder Vierte (22,9 Prozent) an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis zu sich genommen zu haben (2008: 14,8 Prozent).

 Die Zahlen überraschen den Landesgeschäftsführer der BARMER, Henning Kutzbach nicht: “Unser aktueller BARMER Arztreport belegt die schädlichen Auswirkungen von Cannabiskonsum auch in Mecklenburg-Vorpommern. So wurden in der Altersgruppen der jungen Erwachsenen (18-25 Jahre) 2016 im Bundesland 782 Personen medizinisch wegen psychischer Störungen und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide medizinisch behandelt. Davon mussten 211 junge Erwachsene sogar stationär versorgt werden.“ Seit dem Jahr 2005 ist die Zahl der ambulanten und stationären Diagnosen aus diesem Bereich bundesweit um den Faktor 2,4 gestiegen.

Hoher Alkoholkonsum

Es gibt nicht nur Probleme bei illegalen Drogen. Beim Alkoholkonsum ist Mecklenburg-Vorpommern besonders betroffen. Im Alkoholatlas Deutschland 2017 liegt der Nordosten bei alkoholbedingten Krankenhausaufenthalten (Alterskohorte 15-64 Jahre) mit Abstand an der Spitze. 2012 gab es auf 100000 Einwohner 1146 Fälle. In Baden-Württemberg waren es im Vergleich nur 787 Fälle. Laut dem BARMER Arztreport sind bei 1007 jungen Erwachsenen psychischer Störungen und Verhaltensstörungen durch Alkohol diagnostiziert worden – rund ein Prozent in dieser Altersgruppe. Henning Kutzbach: „Im jungen Erwachsenenalter werden entscheidende Weichen für das spätere berufliche wie private Leben gestellt. „Aus Sicht der BARMER sind deshalb vor allem niedrigschwellige Angebote wichtig, die zum einen psychische Erkrankungen durch Drogen verhindern und zum anderen junge Erwachsene frühzeitig erreichen, die anfällig für Drogenkonsum sind.“ Eine aktuelle Untersuchung beziffert die direkten und indirekten Kosten des Alkoholkonsums in Deutschland auf rund 40 Mrd. Euro. Dem stehen Einnahmen des Staates aus alkoholbezogenen Steuern von nur 3,165 Mrd. Euro (2016) gegenüber.“

Prävention stärken

„Verhaltens- und Verhältnisprävention müssen flächendeckend und kontinuierlich eingesetzt werden“, fordert Henning Kutzbach, „damit Deutschland endlich die internationalen Spitzenplätze im gesundheitsschädlichen Konsum legaler Drogen verlässt. Darüber hinaus müssen in der Prävention die unterschiedlichen Problemlagen von Männern und Frauen sowie die soziale Benachteiligung stärker berücksichtigt werden.“

Webcode dieser Seite: p009755 Autor: Barmer Erstellt am: 26.06.2018 Letzte Aktualisierung am: 26.06.2018
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