Immer mehr junge Menschen in Hessen nehmen Magensäureblocker

Wenn der Druck auf den Magen schlägt

Frankfurt, 17. Januar 2017 – Der Anteil von Personen, die Magensäureblocker, sogenannte Protonenpumpen-Hemmer oder Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) verordnet bekommen, ist in Hessen von 2011 bis 2015 von 15 auf 18 Prozent angestiegen. Dies zeigen aktuelle Auswertungen von Arzneimittel-Verordnungsdaten der Barmer Hessen. Bedenklich sind dabei vor allem hohe Steigerungsraten bei jungen Menschen. Während in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen 2011 noch 7 Prozent der weiblichen Versicherten und 5,5 Prozent der männlichen Versicherten in Hessen PPI verordnet wurden, waren es 2015 bereits 9,7 Prozent der weiblichen und 7,5 Prozent der männlichen Versicherten.

Besonders bedenklich ist in Hessen der enorme Anstieg der PPI-Verordnungen für Jungen und junge Männer im Alter zwischen 10 und 19 Jahren: immerhin 73 Prozent – bundesweit ein Spitzenwert. „Dass jungen Menschen immer häufiger Protonenpumpen-Hemmer verordnet werden, gibt Anlass zur Sorge. Ein Grund dafür könnte womöglich sein, dass sich junge Menschen immer häufiger unter Druck fühlen, was ihnen buchstäblich auf den Magen schlägt“, erklärt Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der Barmer in Hessen.

Präparate können abhängig machen

Protonenpumpen-Hemmer sind bei einem medizinisch begründeten Einsatz sehr hilfreich. Sie kommen zum Beispiel zur Anwendung, wenn die Betroffenen unter Sodbrennen leiden, eine entzündete Magenschleimhaut oder gar Geschwüre haben. Immer häufiger werden sie zudem verordnet, wenn Schmerzmittel oder über längere Zeit Cortison eingenommen werden muss. Hier verhindern PPI die drohenden Magenschmerzen. Sie reduzieren die Magensäure und sollen so dem Magen helfen, sich wieder zu regenerieren. Da die Präparate auch ohne Rezept erhältlich sind, geht Sudhoff davon aus, dass deutlich mehr Menschen Protonenpumpen-Hemmer nehmen als aus den eigenen Krankenkassendaten hervorgeht.

Höchste Verordnungszahlen bei betagten und hochbetagten Versicherten

Bei über 60-Jährigen zeigen die Auswertungen der Barmer, dass unabhängig vom Geschlecht mehr als jeder vierte Hesse Magensäureblocker erhält. Dies mag vor allem daran liegen, dass ältere Menschen häufig wegen anderweitiger Erkrankungen Medikamente nehmen müssen, die wiederum den Magen angreifen. Daraus resultiert der verstärkte Einsatz von PPI.

Diagramm Steigerungsraten PPI-Verordnungen Hessen 2011 bis 2015

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Webcode dieser Seite: p007142 Autor: Barmer Erstellt am: 18.01.2017 Letzte Aktualisierung am: 18.01.2017
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