Pflegebedürftige in Hessen sind zahnmedizinisch immer noch unterversorgt

Frankfurt (07.09.2016). Die gute Nachricht: Noch nie war das zahnmedizinische Versorgungsangebot in Deutschland so hoch und die Mundgesundheit so gut. Die schlechte Nachricht: Die zahnmedizinische Prävention und die Versorgung älterer Menschen hinken dagegen immer noch hinterher.

Auch in Hessen werden die gesetzlichen Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft, um die zahnmedizinische Versorgung von älteren Menschen in Pflegeheimen sicherzustellen. Von den über 800 stationären Pflegeeinrichtungen haben erst 265 einen Kooperationsvertrag mit einem Zahnarzt geschlossen. Unverständlich für Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der Barmer GEK in Hessen: "Der Gesetzgeber hat eine sichere rechtliche Basis mit einer entsprechenden Vergütungsregelung für diese aufsuchende Betreuung geschaffen." Er appelliert deswegen an die Einrichtungen, sich zu informieren und einen entsprechenden Vertrag abzuschließen damit diese Versorgungslücken geschlossen werden. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen (KZVH) unterstützt Einrichtungen gerne bei der Suche eines Kooperationszahnarztes bzw. einer -zahnärztin. In diesem Zusammenhang verweist Norbert Sudhoff auf das im Juli 2015 in Kraft getretene Versorgungsstärkungsgesetz. Danach haben Pflegebedürftige, Menschen mit Behinderungen und Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz ausdrücklich einen gesetzlichen Anspruch auf zusätzliche Leistungen zahnmedizinischer Prävention.
Auch wenn im höheren Alter die durchschnittliche Zahl der verbliebenen Zähne sinkt und der Anteil der zahnlosen Personen steigt, darf daraus nicht geschlossen werden, dass ältere Menschen keinen Zahnarzt mehr benötigen. "Die Versorgungsbedarfe ändern sich lediglich im Alter", so Sudhoff.


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Webcode dieser Seite: p001626 Autor: Barmer Erstellt am: 07.09.2016 Letzte Aktualisierung am: 15.12.2016
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