Alkoholmissbrauch: Nicht nur ein Problem junger Menschen

Frankfurt (26.01.2014) Jährlich sterben in Deutschland 14.500 Personen an den Folgen eines übermäßigen Alkoholkonsums. Damit kommen viermal mehr Menschen durch Alkoholmissbrauch ums Leben als durch einen Verkehrsunfall. Allein im letzten Jahr mussten 654 Barmer GEK Versicherte in Hessen aufgrund einer akuten Alkoholvergiftung stationär behandelt werden. Damit verbunden waren Kosten in Höhe von 570.000 Euro. Insgesamt sind die Zahlen gegenüber dem Jahr 2014 aber um 6 Prozent zurückgegangen.

Bedenklich ist und bleibt weiterhin das "Rauschtrinken" von Jugendlichen. 141 junge Menschen mussten nach einem übermäßigen Alkoholkonsum in ein hessisches Krankenhaus eingeliefert und behandelt werden. Die Jüngsten waren erst 12 Jahre alt. Die positive Nachricht: Auch diese Zahlen sind rückläufig. Gegenüber dem Jahr 2014 sind sie um 16 Prozent gesunken. "Hier wirkt sich mittlerweile das bundesweite Alkoholpräventionsprojekt „HaLt - Hart am LimiT“ sehr positiv aus", ist sich Arno Hilger, Präventionsexperte der Barmer GEK sicher. 19 hessische Kreise und kreisfreie Städte beteiligen sich an diesem Projekt, das für das Land Hessen von der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS) betreut wird. Minderjährige Jugendliche werden nach einer Alkoholvergiftung von Beraterinnen oder Beratern der lokalen Suchtberatungsstellen bereits im Krankenhaus aufgesucht. Dort findet ein erstes "Brückengespräch" mit Eltern statt und es werden weitere Hilfsangebote unterbreitet. "Gefährlich in Sachen Alkoholmissbrauch wird es erfahrungsgemäß wieder am Karnevalswochenende", weiß Hilger. Er appelliert an alle jungen und auch erwachsenen Narren, vernünftig zu bleiben und möglichst alkoholfrei die fünfte Jahreszeit zu genießen.

Alkohol und Arbeit

Neben dem "Komasaufen" von Jugendlichen, bereitet der Alkoholkonsum von Beschäftigten im mittleren Alter Grund zur Sorge. Experten schätzen, dass fast jeder fünfte bis zehnte Mitarbeiter so viel Alkohol trinkt, dass die Qualität der Arbeit negativ beeinflusst wird. Zwei Drittel (437) der im letzten Jahr stationär behandelten Rauschtrinker in Hessen waren im Alter zwischen 20 und 60 Jahren. Am stärksten betroffen ist die Altergruppe zwischen 40 und 60 Jahren. Insbesondere die Führungskräfte mit Personalverantwortung sind in der Pflicht, sich auch konsequent mit gefährlichem oder riskantem Alkoholkonsum ihrer Mitarbeiter zu befassen. Das kann im Rahmen des Arbeitsschutzes, der Suchtprävention oder der betrieblichen Gesundheitsförderung geschehen.

Die Barmer GEK hält zum Thema Alkohol spezielles Informationsmaterial bereit. Die Broschüren gibt es in den Geschäftsstellen oder sie können im Online-Bereich abgerufen werden:

Alles o.k. mit Alkohol?

Die Barmer GEK unterstützt die bundesweite Präventionskampagne "HaLT – Hart am LimiT". Mehr Infos dazu hier


Kontakt für die Presse

Brigitte Schlöter
Landesgeschäftsstelle Hessen
kostenfrei unter Telefon: 0800 333 004 35-2230
E-Mail: presse.hessen@barmer.de

Webcode dieser Seite: p003567 Autor: Barmer Erstellt am: 26.01.2016 Letzte Aktualisierung am: 20.12.2016
Nach oben