Schülerinnen und Schüler in Hessen zunehmend psychisch belastet – „Präventionsarbeit ist wichtiger denn je.“

Frankfurt, 26. April 2021 – Unter Schülerinnen und Schülern gibt es einen deutlich zunehmenden Bedarf an psychotherapeutischen Hilfsangeboten. Das Gesundheitsförderungs- und Präventionsprogramm MindMatters soll deshalb Hessens Schulen im Umgang mit psychischen Belastungen unterstützen. „Die Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist eine wichtige Aufgabe der Schulen“, betont Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz, und führt aus, „dass es hierzu auch professioneller Beratung durch Schulpsychologie und Schulaufsicht bedarf, um die Schulen bei dieser komplexen und wichtigen präventiven Arbeit besser unterstützen zu können.“
Laut einer Analyse der Barmer hat sich die Zahl von Kindern und Jugendlichen mit Therapiebedarf innerhalb von elf Jahren fast verdoppelt. „Im Jahr 2019 benötigten 85 Prozent mehr Kinder und Jugendliche in Hessen psychotherapeutische Hilfe als noch im Jahr 2009. Durch die Corona-Pandemie hat sich die Situation für junge Menschen zusätzlich verschlechtert. Präventionsarbeit für die psychische Gesundheit ist deshalb wichtiger denn je“, sagt Martin Till, Landeschef der Barmer in Hessen. Das Präventionsprogramm MindMatters – eine Kooperation der Barmer und der Leuphana-Universität Lüneburg – soll die psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern in Hessen schützen und stärken. Das Programm richtet sich derzeit mit Fortbildungsveranstaltungen an die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen sowie Schulaufsichtsbeamtinnen und -beamte der Staatlichen Schulämter in Hessen und bietet Inhalte für den Unterricht sowie Module zur Weiterentwicklung einer gesundheitsfördernden Schulkultur für die Psyche junger Menschen. „Mit den Schulschließungen ist für viele Kinder und Jugendliche über einen längeren Zeitraum ein wichtiges soziales Netz weggefallen. MindMatters bietet Hessens Schulen jetzt eine Chance, um stark und gut gerüstet auf die mentalen Belastungen der anhaltenden Pandemie reagieren zu können“, ergänzt Martin Till.

Psychische Krisen, Anpassungsprobleme, MobbingMindMatters hilft Schulen beim Aufbau schützender Strukturen

Bisher wurden zwei Fortbildungen zum Programm MindMatters angeboten, eine dritte Veranstaltung folgt am 26. April. Die Barmer Hessen finanziert die Fortbildungen im Rahmen des Präventionsgesetzes. Die Schulungen helfen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Staatlichen Schulämter das Programm an Hessens Schulen umzusetzen. „Themen wie Trauer, Mobbing, Stress, Anpassung an neue Lebensabschnitte und auch die Vorbereitung des Berufseintritts werden – vom Schuleintritt bis zum Ende der Schulzeit – im Unterricht thematisiert“, erklärt Dr. Gerhard Bachmann, Schulpsychologe am Kompetenzzentrum Schulpsychologie Hessen der Goethe-Universität Frankfurt. „MindMatters soll die Resilienz junger Menschen im schulischen Umfeld stärken. Damit das gelingt, wird auch die psychische Gesundheit der Lehrkräfte in den Blick genommen. Die Eltern der Schülerinnen und Schüler können das Programm zudem als Partner unterstützen.“ Mit diesem ganzheitlichen Ansatz, so Bachmann, könne das schulische Umfeld weiter zu einem Schutzraum gegen zunehmende und neue Belastungen im Alltag junger Menschen ausgebaut werden.


Ihr Ansprechpartner:

Dr. Carlo Thielmann
Tel.: 0800 333004352205
carlo.thielmann@barmer.de

 

Webcode dieser Seite: p016747 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 27.04.2021
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