Rückenleiden sind Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit in Hessen

Frankfurt, 10. März 2021 – Keine anderen Erkrankungen führen in Hessen zu so vielen krankheitsbedingten Arbeitsausfällen wie die des Muskel-Skelett-Systems, die häufig in der Form von Rückenleiden auftreten. Dies zeigt eine Auswertung von rund 327.000 hessischen Erwerbstätigen, die bei der Barmer versichert sind. Insgesamt waren Hessinnen und Hessen im Jahr 2020 durchschnittlich rund 17,1 Tage krankgeschrieben. Für rund 3,7 dieser Fehltage waren Rückenleiden ursächlich. Mit 3,8 Tagen waren Männer etwas häufiger arbeitsunfähig als Frauen, die im Durchschnitt an 3,6 Tagen nicht arbeiten konnten. „Da derzeit viele Freizeit- und Vereinssportangebote entfallen müssen, können sich Rückenprobleme aufgrund von Bewegungsmangel entwickeln oder verstärken“, sagt Martin Till, Landeschef der Barmer in Hessen. Es sei deshalb wichtig, auch während der Pandemie Bewegung in den Alltag zu integrieren, um Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems vorzubeugen. „Gezieltes Rückentraining aber auch Lauftraining, Treppen steigen, Fahrrad fahren, Spaziergänge und aktive Pausen im Homeoffice sind gute Möglichkeiten, um sitzende Tätigkeiten auszugleichen“, erklärt Till.

Trügerisch: Arbeitsunfähigkeit stagniert im Vorjahresvergleich

Die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage aufgrund von Rückenleiden blieb zwischen den Jahren 2019 und 2020 weitgehend konstant. Die Zahl der Fehltage nahm in 2020 sogar leicht um rund 1,6 Prozent ab. Einen wesentlich deutlicheren Rückgang gab es allerdings bei den sogenannten Arbeitsunfähigkeits-Fällen – also jenen Fällen, in denen ein Arzt oder eine Ärztin eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit feststellt und Rückenprobleme diagnostiziert. Hier lag der Rückgang bei 11,1 Prozent. Dies legt den Schluss nahe, dass zwar weniger Krankschreibungen erfolgt sind, diese aber zu ähnlich langen Fehlzeiten wie im Vorjahr führten, da die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit anstieg. „Weniger aber dafür längere Arbeitsunfähigkeit ist kein gutes Signal. Die Vermutung liegt nahe, dass sich schwerere Fälle verstärkt haben könnten und leichtere ganz ohne ärztliche Behandlung blieben. Diese Tendenz kann langfristig zu mehr Fällen von chronischen und schmerzhaften Rückenleiden führen. Alle, die wiederkehrende oder bleibende Rückenprobleme verspüren, sollten sich ärztlichen Rat einholen, damit sich Schmerzen und Bewegungseinschränkungen nicht chronifizieren“, erklärt Martin Till.


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Webcode dieser Seite: p016588 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 10.03.2021
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