Landespolitischer Handlungsbedarf in der Pflege

Anlässlich der Einführung eines neuen Präventionsprojektes für stationäre Pflegeeinrichtungen wies Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der Barmer Hessen, im Waldeckschen Diakonissenhaus Sophienheim in Bad Arolsen auf dringenden landpolitischen Handlungsbedarf in der Pflege hin.

Frankfurt, 22. Juli 2019 – Anlässlich der Einführung eines neuen Präventionsprojektes für stationäre Pflegeeinrichtungen wies Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der Barmer Hessen, im Waldeckschen Diakonissenhaus Sophienheim in Bad Arolsen auf dringenden Handlungsbedarf hin. „Im hessischen Koalitionsvertrag nimmt das Thema Pflege einen prominenten Raum ein. Die Koalition hat damit zum Ausdruck gebracht, wie wichtig das Thema Pflege für die Landesregierung ist und welche Maßnahmen man ergreifen möchte, um entsprechende Weichen für Hessen zu stellen,“ meint Sudhoff. Der aktuelle Pflegereport der BARMER zeige, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in Hessen seit 1999 um mehr als 60 Prozent angestiegen ist. Gerade in ländlichen Versorgungsregionen steige deshalb der Handlungsbedarf u.a. bei Infrastrukturausbau und innovativen Versorgungskonzepten.
In diesem Zusammenhang warnte Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, kürzlich im Rahmen eines Interviews in Berlin vor Kostensteigerungen für Pflegebedürftige und betonte die Verantwortung der Landespolitik. Der politische Deal bei der Einführung der Pflegeversicherung sei: „Die Länder werden bei der Sozialhilfe entlastet, sorgen aber im Gegenzug für die Pflege-Infrastruktur.“ Pflegeheimbewohner müssten für notwendige Modernisierungen im Bundesdurchschnitt 5 300 Euro jährlich aus eigener Tasche zahlen: „So kann es nicht bleiben, die Länder müssen handeln“, betonte Kiefer.
Weniger denn je, appellierte Norbert Sudhoff, könne man sich das Brachliegen von Potentialen leisten. Dies gebiete schon die Fortführung des Hessischen Gesundheitspakts 3.0. Eine verbesserte Zusammenarbeit   zwischen stationären und ambulanten Medizin- und Pflegeangeboten (sektorenübergreifende Versorgung) sowie der Einsatz von neuen Versorgungsinstrumenten seien im Koalitionsvertrag klar benannt und in der Zusammenarbeit mit den Paktpartnern auch greifbar. „Da spürbare Verbesserungen der Pflegeangebote und Entlastungen für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige in Aussicht stehen, wünschen wir uns eine zeitnahe Umsetzung dieser Maßnahmen.“

Webcode dieser Seite: p011883 Autor: BarmerLetzte Aktualisierung am: 22.07.2019
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