Nachholbedarf bei Zahnvorsorge – Kinder mit „Kreidezähnen“ sind besonders gefährdet

Frankfurt, 27. August 2021 – Während der Pandemie ist die Inanspruchnahme der zahnärztlichen Vorsorgeleistungen unter hessischen Kindern und Jugendlichen zunächst zurückgegangen. Dies zeigt eine Auswertung unter Barmer-Versicherten im Alter von sechs bis 17 Jahren. „Mit durchschnittlich 4,6 Prozent Rückgang im Vergleich zum Vorjahresniveau hat die Inanspruchnahme der Individualprophylaxe im Jahr 2020 noch relativ moderat abgenommen. Insbesondere bei jungen Menschen, die einer Risikogruppe angehören, besteht nach unseren Analysen Nachholbedarf. Mit dem Schulbeginn sollten Erziehende die Zahngesundheit ihrer Kinder verstärkt in den Fokus nehmen“, sagt Martin Till, Landeschef der Barmer in Hessen. Dies könne hoffentlich zukünftig wieder verstärkt im Rahmen der Gruppenprophylaxe in den Schulen erfolgen, sofern dies die Corona-Situation zulasse.

Inanspruchnahme der Prophylaxe schwankt während der Pandemie

Kinder und Jugendliche, die Vorsorgeuntersuchungen eine gewisse Zeit aufgeschoben haben, sollten sie so bald wie möglich bei einem Zahnarzt oder einer Zahnärztin nachholen. Während der Pandemie schwankte die Inanspruchnahme der Individualprophylaxe. Zwischen Jahresbeginn 2020 und dem 31. März ging sie im Vergleich zum Vorjahrjahreszeitraum um 8,1 Prozent zurück. Im Zeitraum von April bis Ende Juni 2020 betrug der Rückgang 11,8 Prozent. In den Sommermonaten zwischen Anfang Juli und Ende September nahm die Inanspruchnahme der Vorsorgeleistungen wieder zu und lag nur noch 0,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Zwischen Oktober und Jahresende lag die Inanspruchnahme um 1,9 Prozent über dem Vorjahreswert. „Im Jahresdurchschnitt 2020 ging die Inanspruchnahme von Prophylaxeleistungen bei Kindern und Jugendlichen in Hessen um 4,6 Prozent zurück. Bei den hessischen Barmer-Versicherten aller Altersgruppen lag die Inanspruchnahme 3,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau“, erklärt Till. Die Individualprophylaxe ist für junge Menschen im Alter von sechs bis 17 Jahre kostenfrei und dient der frühzeitigen Erkennung von Erkrankungen und Entwicklungsstörungen im Zahn-, Mund-, und Kieferbereich. Die Maßnahmen wirken vorbeugend gegen Zahnerkrankungen und umfassen unter anderem Diagnostik, Beratung sowie gegebenenfalls die Fluoridierung der Zähne und Fissurenversiegelungen.

„Kreidezähne“ – Besondere Gefahr für Kinderzahngesundheit

In Hessen sind mehr als 28.000 Kinder von sogenannten Kreidezähnen, einer nicht heilbaren Mineralisationsstörung der bleibenden Zähne, betroffen. „Im Jahr 2019 litten 7,1 Prozent der hessischen Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren unter einer Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation – auch MIH oder Kreidezähne genannt“, so Till. Schmerzempfindlichkeit, gelbliche oder bräunliche Verfärbungen sowie poröse Stellen im Zahnschmelz können Hinweise auf Kreidezähne sein. Entscheidend sei, den Folgeschäden der Kreidezähne durch Vorsorgeuntersuchungen und geeignete Maßnahmen zur Zahnerhaltung möglichst früh entgegenzuwirken. „Mit Kreidezähnen geht ein lebenslang erhöhtes Risiko für wiederkehrende zahngesundheitliche Probleme, wie zum Beispiel Karies, einher. Grundvoraussetzung für eine effektive Vorbeugung sind regelmäßige Routinekontrollen bei einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt“, rät Till.

 

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Webcode dieser Seite: p017229 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 27.08.2021
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