Jeder zehnte Mensch in Hessen ist adipös

Frankfurt, 26. Mai 2021 – Immer mehr Menschen in Hessen sind von Adipositas betroffen. Zwischen 2014 und 2019 ist die Zahl der im medizinischen Sinne Fettleibigen um mehr als 87.000 auf rund 619.000 gestiegen. Der Anteil der Betroffenen in der hessischen Bevölkerung stieg in diesem Zeitraum um mehr als 12 Prozent. Im Jahr 2019 wurde knapp jeder zehnte Mensch in Hessen (9,9 Prozent) von einem Haus- oder Facharzt aufgrund von Adipositas behandelt. Hessen liegt damit allerdings knapp unter dem Bundesdurchschnitt von 10,4 Prozent. Das geht aus einer Auswertung des Barmer Arztreports hervor*. „Die Corona-Pandemie könnte die Situation vieler Menschen mit starkem Übergewicht verschlechtert haben. So nützlich die Reduzierung von Kontakten im heimischen Umfeld für die Vermeidung von Infektionen sein mag, sie kann auch Bewegungsmangel verstärken und sich nachteilig auf das Körpergewicht auswirken“, so Martin Till, Landeschef der Barmer in Hessen. Starke Adipositas sei zudem ein Risikofaktor für einen schweren COVID-19-Verlauf.
Es sei deshalb wichtiger denn je, diesem Trend vorbeugend entgegenzuwirken. Planvolle Ernährung und passende Bewegungsangebote seien hier ein zentraler Faktor. Betroffene könnten auch während der Pandemie Beratungs- und Hilfsangebote in Anspruch nehmen.

Frauen häufiger von Adipositas betroffen

Laut Barmer Arztreport kommt Adipositas in der weiblichen Bevölkerung Hessens etwas häufiger vor. 2019 erhielten 10,8 Prozent der Frauen und 9 Prozent der Männer die Diagnose Fettleibigkeit. 2014 waren 9,7 Prozent der hessischen Frauen und 7,8 Prozent der Männer betroffen. Eine Möglichkeit, um diesen Trend umzukehren, sieht Martin Till in der Gesundheitsbildung: „Eine fest in der Schulbildung verankerte Gesundheits- und Ernährungsbildung kann dazu beitragen das Bewusstsein für die Erkrankung zu erhöhen und die Zahl der Erkrankten langfristig zu senken.“ Die Barmer fördere unter anderem mit der Initiative „Ich kann kochen!“ der Sarah Wiener Stiftung die Ernährungsbildung von Kita- und Grundschulkindern. Dieser präventive Ansatz sei der richtige Weg, um Adipositas von vornherein zu vermeiden und den gesellschaftlichen Trend umzukehren.


Ihr Ansprechpartner:

Dr. Carlo Thielmann
Tel.: 0800 333004352205
carlo.thielmann@barmer.de

Webcode dieser Seite: p016874 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 26.05.2021
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