Bei Impfungen über den Tellerrand schauen: Viele Jugendliche in Hessen haben keinen wirksamen HPV-Schutz

Frankfurt, 17. Januar 2020 – Eine der intensivsten Gesundheitsdebatten entfachte 2019 das „Masernschutzgesetz“ von Jens Spahn. Öffentliche Einrichtungen wie Kindertagesstätten oder Schulen müssen das Gesetz nun umsetzen, das zum 01.03.2020 in Kraft tritt. In Hessen gibt es trotz steigender und im bundesvergleich hoher Impfquoten noch deutliche Impflücken bei Kleinkindern und Jugendlichen. So war jedes sechste im Jahr 2015 geborene Kind in den ersten beiden Lebensjahren nicht oder nur unvollständig gegen Masern geimpft. Im Jahr 2017 waren damit landesweit über 9.000 Zweijährige ohne vollständigen Masernschutz. Zudem war jede sechste Zweijährige, also etwa 4.500 Mädchen, nicht vollständig gegen Röteln geimpft. Der Schutz vor den hochansteckenden Masern ist dem Minister ein besonderes Anliegen, wirksame Impfstoffe, sogenannte Vakzine, sind aber für weit mehr bakterielle und virale Infektionsgefahren verfügbar. Eine Kampagne des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration (HMSI) sensibilisiert auch für individuellen Impfbedarf, zum Beispiel auf Reisen. Die Barmer stellt umfassende medizinische Informationen und einen digitalen Impfplaner zur Verfügung.

 

Debatte nicht auf Masernschutz verkürzen

Der Fokus des neuen Impfbewusstsein liegt stark auf dem Masernschutz. „Wir begrüßen die Informationskampagne ‚Firewall für den Körper‘ des hessischen Sozialministeriums ausdrücklich. Hier finden sich auch Informationen zu einem erweiterten, individuellen Impfschutz. Das Bewusstsein über Impfungen darf nicht auf den Masernschutz verkürzt werden“ bekräftigt Martin Till von der Landesvertretung der BARMER in Hessen. Die Barmer bietet zudem eine neue Informationsseite zu 24 Infektionskrankheiten und entsprechenden Impfungen mit voller Kostenübernahme. Das Angebot schützt auch auf Reisen, in verschiedenen Altersstufen und verschiedenen Lebenssituationen. Das Hessische Ministerium empfiehlt außerdem ein digitales Erinnerungssystem für wichtige Schutzimpfungen. Die Barmer bietet zu diesem Zweck für ihre Versicherten einen kostenlosen digitalen Impfplaner.


HPV-Schutz mehr ins öffentliche Bewusstsein rücken

Einer Erkrankung durch die sogenannten Humanen Papillomviren (HPV) kann ebenfalls mit einer zwei- bis dreistufigen Impfung vorgebeugt werden. „Die HPV-Typen 16 und 18 sind für etwa 70 Prozent aller HPV-Infektionen verantwortlich, die Gebärmutterhalskrebs verursachen“ merkt Martin Till hier an. Die Schutzimpfung richtet sich nicht mehr nur an Mädchen und junge Frauen, seit 2018 empfiehlt die STIKO sie auch für Jungen. Unter den Mädchen, die in Hessen im Jahr 2011 12 Jahre alt wurden, war im Zeitraum von 2011 bis 2017 jede zweite ohne effektiven Impfschutz gegen HPV. „Hier besteht weiterhin großer Handlungsbedarf“ merkt Till an, „der Impfschutz gegen HPV muss stärker in den Fokus unserer Gesundheitsvorsorge rücken.“


 

Webcode dieser Seite: p014483 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 17.01.2020
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