BARMER unterstützt Projekt der Elternvereinigung hörgeschädigter Kinder in Hessen - Anders hören aber gemeinsam verstehen

Frankfurt, 30. April 2019 – Unsere Kommunikation gerät bei individuellen Sinneseindrücken schnell an ihre Grenzen. Niemand kann beispielsweise die Farbe Grün mit Worten beschreiben. Ähnliches gilt für unsere Höreindrücke, für die Art wie wir Geräusche, Sprache und Musik wahrnehmen – oder vielleicht auch nicht wahrnehmen. Gerade für Kinder, die von einer Hörbehinderung betroffen sind, ist es schwer, anderen ihre Sinneswelt verstehbar zu machen.

Die Elternvereinigung hörgeschädigter Kinder in Hessen e.V. unterstützt deshalb seit mehr als fünf Jahrzehnten Kinder, Jugendliche und junge Menschen mit Höreinschränkungen und fördert sie in ihren Lebens-, Lern- und Arbeitsbedingungen. Im Rahmen des Projekts HINEINGEHÖRT kooperiert die Elternvereinigung hörgeschädigter Kinder in Hessen e.V. mit der BARMER. „Für die wertvolle, ehrenamtliche Arbeit der Elternvereinigung ist gegenseitiges Verständnis essentiell. Zu diesem Verständnis für die individuellen Hörwelten hörgeschädigter Kinder möchten wir deshalb beitragen“, erklärt Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der BARMER Hessen.

Verstehen ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen. Das Projekt HINEINGEHÖRT sieht den Einsatz einer Software vor, die das Hören mit unterschiedlichen Hörbeeinträchtigungen simulieren kann. Ein individuelles Audiogramm wird in die Software eingegeben, dann werden Musik und Sprachbeispiele auf die entsprechende individuelle Hörbeeinträchtigung angepasst und Normalhörenden Personen vorgespielt. Die Projektleiterin Nicole Schilling erklärt: „Wir können mit dieser Software die individuelle Hörwelt hörgeschädigter Kinder nachvollziehbar machen und so ein gegenseitiges Verständnis vertiefen.“

Durch den Einsatz der Software und das Engagement der Elternvereinigung können Eltern, Lehrer, Mitschüler und andere Interessierte im Rahmen von Informationsveranstaltungen für die Situation Hörgeschädigter sensibilisieren. Sie erhalten Tipps und sammeln Erfahrungen für einen gemeinschaftlichen Umgang mit Betroffenen. Norbert Sudhoff betont in diesem Zusammenhang: „Fürsorge gelingt nur durch Aufklärung, Kommunikation und Verständnis. Hier sehen wir auch unseren Auftrag und freuen uns über die Kooperation.“

Hintergrund:

Die Elternvereinigung hörgeschädigter Kinder in Hessen e.V. ist 1965 aus einer Elterninitiative entstanden. Mit den Mitgliedsbeiträgen, Spenden und der Selbsthilfeförderung der Krankenkassen fördert die Elternvereinigung die Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Hörschädigung.

Jedes Jahr wird eine Broschüre, unter dem Namen „Elternbrief“, herausgegeben, die möglichst allen etwa 2000 betroffenen Familien in Hessen für aktuelle Informationen und Erfahrungsaustausch zur Verfügung gestellt wird. Sehr wichtig ist die jährliche Elterntagung, die zu wechselnden Themen, wie z.B. Empowerment, psychische Gesundheit, personelle und technische Hilfen im Klassenzimmer Informationen und Erfahrungsaustausch allen Eltern und Interessierten anbietet. Die Mittel werden außerdem zugunsten der hessischen Förderschulen  sowie der überregionalen Beratungs- und Förderzentren mit Förderschwerpunkt Hören eingesetzt (z.B. Anschaffung für: Lehr- und Unterrichtsmaterial, Bücher für die Schulbücherei, finanzielle Zuschüsse für Klassenfahrten usw.).  

Kontakt:

Elternvereinigung hörgeschädigter Kinder in Hessen e.V.

www.hoergeschaedigte-kinder-hessen.de

Webcode dieser Seite: p011417 Autor: BarmerLetzte Aktualisierung am: 29.04.2019
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