Die Gesundheitsversorgung der Zukunft braucht digitale Infrastruktur

Frankfurt, 18. November 2019 – „Auch der Landwirt auf dem Acker“ soll von besserer Netzabdeckung profitieren, sagte Bundeskanzleramtschef und Gießener Bundestagsabgeordnete Dr. Helge Braun am Rande der Digital-Klausur der Regierung in Meseberg. Fragen der Mobilnetzabdeckung und Internetverfügbarkeit berühren aber nicht nur die Landwirte, sondern sind auch zunehmend eine Frage des Gesundheitswesens. Digitale Gesundheitsversorgung beginnt dabei bereits im Kleinen, mit Smartphone-Apps, die alltäglich bei Gesundheitsfragen Unterstützung bieten. „Apps übernehmen eine zunehmend wichtige Rolle bei der medizinischen Versorgung. Online lassen sich Pflegeanträge bearbeiten, Arbeitsunfähigkeits (AU)-Bescheinigungen übermitteln, Vorsorge- und Impftermine planen sowie Bonussysteme pflegen. Diese Anwendungen werden bereits von über 960.000 Barmer Versicherten genutzt und sollen auch unterwegs unterstützen. Sie verlassen sich deshalb auf die Mobilnetzabdeckung vor Ort“, erklärt Norbert Sudhoff, Landeschef der Barmer Hessen.

Kein Anschluss unter dieser Zukunft

Eine digitale Karte der Bundesnetzagentur zeigt allerdings Mängel in der Netzabdeckung Hessens. Sie basiert auf den Daten der sogenannten „Funkloch-App“, die vor einem Jahr im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur gestartet wurde. Knapp 160 Millionen Messpunkte haben die Nutzerinnen und Nutzer der App eingepflegt. Im Ergebnis zeigen sich unweit des Rhein-Main-Ballungsgebiets bereits vereinzelte Lücken, die sich unter anderem in der Vogelsbergregion verdichten. Auch westlich von Bad Nauheim zeigen sich erhebliche Lücken im Mobilnetz. Um die Stadt Kassel in Nordhessen gruppiert sich ein regelrechter Ring der Netzaussetzer, der zumindest mobile Datenübertragungen erschweren dürfte. Auf der Internetseite der Bundesnetzagentur können Interessierte die Netzabdeckung an ausgewählten Orten selbst prüfen.

Gesundheitssektor steht vor digitalen Herausforderungen

Gesundheitsapps mit Medizinproduktstatus sollen zukünftig von Ärztinnen und Ärzten verschrieben werden können. Aber auch telemedizinische Systeme verlassen sich bereits auf das hessische Mobilnetz. Mit der Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) tauchen ab 2021 neue Herausforderungen auf. Soll eine selbstbestimmte Verwaltung der eigenen Gesundheitsdaten auch mit Alltagstechnologien wie dem Smartphone funktionieren, wäre eine entsprechende Infrastruktur für mobile Technologien konsequent.

Digitalisierung muss mit Gesundheitswesen Schritt halten

Digitalministerin Kristina Sinemus zieht eine positive Bilanz aus der Initiative ‚Hessischer Mobilfunkpakt‘. Die Netzabdeckung habe sich in allen Landkreisen verbessert, dazu würden 81 neu gebaute Mobilfunkstandorte beitragen. Man wisse aber auch, was in Zukunft noch zu tun sei. Mit Blick auf die Digitalisierung des Gesundheitswesens fordert Norbert Sudhoff einen Infrastrukturausbau der Schritt hält. „Das Digitale-Versorgung-Gesetz hat hohe Standards für das Gesundheitswesen gesetzt. Wir begrüßen die Fortschritte beim hessischen Netzausbau ausdrücklich, blicken aber auch auf eine Zukunft voller steigender digitaler Anforderungen. Damit digitale Lösungen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung beitragen und Akzeptanz finden, brauchen wir möglichst zeitnah eine Netzstrategie für alle Menschen in Hessen.

Webcode dieser Seite: p012540 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 05.12.2019
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