Corona hat massive Auswirkungen auf die Krebsdiagnosen in Hessen

Frankfurt, 02. Februar 2021 – Während der Corona-Pandemie werden in Hessen weniger Krebserkrankungen diagnostiziert. Dies geht aus einer Analyse der Barmer anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar hervor. Im zweiten Quartal 2020, also im Zeitraum von April bis Juni, lag der Krankenstand aufgrund von Krebserkrankungen in Hessen mehr als 5 Prozent unter dem Vorjahresniveau im gleichen Zeitraum. Im April 2020 lag der Krankenstand bei 0,204 Prozent und weicht damit sogar um mehr als 8 Prozent vom Wert des Vorjahres ab. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Rückgang an Diagnosen darauf zurückzuführen ist, dass weniger Menschen erkranken. Aus Sorge vor einer Covid-19-Infektion gehen viele Patientinnen und Patienten seltener zur Ärztin oder zum Arzt. Diese Entwicklung ist sehr riskant, da sich insbesondere bei Krebserkrankungen die Heilungs- und Genesungschancen vermindern, wenn die Erkrankung nicht frühzeitig erkannt und behandelt wird“, erläutert Martin Till, Landeschef der Barmer in Hessen.

Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersuchungen rückläufig

Zu den häufigsten Krebserkrankungen in Hessen gehören laut Hessischem Krebsregister Darmkrebs, Brustkrebs bei Frauen sowie Prostatakrebs bei Männern. Entsprechende Früherkennungsuntersuchungen gehören zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen, deren Inanspruchnahme ist allerdings während der Pandemie erheblich gesunken. Vergleicht man das jeweils zweite Quartal der Jahre 2019 und 2020, also den Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni, so zeigen die Abrechnungsdaten der Barmer bei der Prostatakrebsfrüherkennungsuntersuchung der Männer einen Rückgang von mehr als 15 Prozent. Die Brustkrebsvorsorge der Frauen ging im gleichen Zeitraum unter den Barmer-Versicherten in Hessen um mehr als 13 Prozent zurück – die Inanspruchnahme des Mammographie-Screenings sank sogar um mehr als 23 Prozent. „Ich empfehle allen, die ihre Krebsvorsorge aus Angst vor einer Infektion oder wegen eingeschränkt geöffneter Arztpraxen verschoben haben, die wichtigen Untersuchungen so bald wie möglich nachzuholen. Keinesfalls sollte hiermit auf das Ende der Pandemie gewartet werden, im Ernstfall könnte dadurch wertvolle Zeit verloren gehen“, appelliert Martin Till.


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Webcode dieser Seite: p016457 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 02.02.2021
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