Anzahl der Toten durch Ertrinken in Hessen fast verdoppelt

Frankfurt, 19. Juni 2019 – Im Vergleich zum Jahr 2017 ist die Anzahl der Todesfälle durch Ertrinken in Hessen 2018 dramatisch angestiegen. 2017 verunglückten 16 Menschen tödlich, 2018 bereits 36. Seen, Teiche und Flüsse sind laut einer Statistik des DLRG die häufigsten Unfallorte aber auch in Schwimmbädern hat sich die Zahl der tödlichen Badeunfälle im genannten Zeitraum von 12 auf 29 Fälle mehr als verdoppelt. Damit sich dieser Trend in Hessen 2019 nicht fortsetzt rät die BARMER vor allem unerfahrenen Schwimmern, nicht leichtsinnig ins Wasser zu springen und hält einige praktische Tipps bereit. „Wer nicht richtig schwimmen kann, ohne Abkühlung ins Wasser springt oder die Tücken des Gewässers nicht kennt, geht unnötige Gefahren ein“, sagt Klaus Möhlendick, Sportwissenschaftler bei der BARMER.

Alkohol birgt erhebliche Risiken für Schwimmerinnen und Schwimmer

Grundsätzlich solle man langsam ins Wasser gehen und nicht einfach springen, so Möhlendick. Denn sonst zögen sich die Blutgefäße zusammen und pumpten in kurzer Zeit zu viel Blut auf einmal zum Herz. Dies belaste die rechte Herzkammer übermäßig und könne zu Rhythmusstörungen führen. Außerdem werde ein Reflex ausgelöst, wenn kaltes Wasser auf das Gesicht treffe, wodurch Herzfrequenz und Blutdruck rasch abfielen. „Keinesfalls sollte man vor dem Schwimmen Alkohol trinken, weil das die Gefäße erweitert. Beim Eintauchen ins Wasser ist dann im Extremfall ein Kälteschock möglich, selbst wenn das Wasser etwa 20 Grad warm ist“, sagt der Barmer-Experte.

Schwimmfähigkeit bei jungen Menschen ist rückläufig

Viele Schwimmer unterschätzen die Strömung oder plötzlich auftretende Kaltzonen. Dabei ermüde man rascher und benötige sehr viel Energie. Möhlendick führt hierzu aus: „Auch aus diesem Grund ist es sinnvoll, nicht mit leerem Magen ins Wasser zu gehen, sondern geraume Zeit zuvor etwas zu essen.“ Gerade für Ungeübte und Senioren, Menschen mit Herzproblemen und unerfahrene Schwimmer ist der Badespaß nicht frei von Risiken. Hinzu kommt die rückläufige Schwimmfähigkeit in Deutschland. Laut DLRG sind rund 60 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer. „Wer schlecht oder nicht schwimmen kann sollte nie allein oder unbeaufsichtigt ins Wasser gehen“, rät Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der BARMER Hessen.

Webcode dieser Seite: p011676 Autor: BarmerErstellt am: 18.06.2019 Letzte Aktualisierung am: 18.06.2019
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