Den Blick auf die Gesundheit nicht vergessen: Azubi-Workshop in Melsungen zum Berufseinstieg

Melsungen, 26. Juli 2018 - In Sachen Arbeit und Gesundheit hat der Schwalm-Eder Kreis noch erhebliches Verbesserungspotential. In ihrem jüngsten Gesundheitsreport kam die Barmer zu dem Ergebnis, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Jahr 2017 durchschnittlich 20 Tage krankheitsbedingt arbeitsunfähig gemeldet waren - fast drei Tage mehr als im Landesdurchschnitt. Der Krankenstand betrug im Kreis 5,2 Prozent – nach den Kreisen Werra-Meißner und Waldeck-Frankenberg der dritthöchste Wert im Land Hessen.
„Daran müssen wir dringend etwas ändern“, das hat sich Alexander Werner, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Melsungen vorgenommen. „Die Gesundheitsförderung ist zwar in vielen Betrieben und Unternehmen bereits angekommen. Aber wir sollten ein besonderes Augenmerk auf die Berufsstarter legen, um ihre Gesundheitskompetenz nachhaltig zu verbessern.“

Junge Berufstätige fehlen häufiger – dafür aber kürzer

Mit der Berufsausbildung beginnt für junge Menschen ein völlig neuer Lebensabschnitt. Etliche Herausforderungen warten auf sie. Ein ungewohntes Umfeld und spezielle Arbeitsbedingungen erfordern eine Menge Konzentration und Disziplin. Die „Neuen“ müssen lernen, sich selbst zu organisieren. Und sie werden nicht nur mental, sondern auch körperlich gefordert. Wobei das Sitzen vor dem Bildschirm physisch eine andere Form der Belastung darstellt als das Stehen an einer Werkbank. „Darum ist es wichtig, bei Berufsstartern das Interesse am Thema Gesundheit zu wecken“, so Alexander Werner. Jung ist nicht gleichzusetzen mit gesund. „Mit Abstand am häufigsten werden Arbeitsunfähigkeiten bei Erwerbspersonen aus den jüngsten Altersgruppen erfasst“, weiß Werner aus den aktuellen Auswertungen. Durchschnittlich zwei Mal pro Jahr werden sie krankgeschrieben. Sie sind aber - im Gegensatz zu ihren älteren Kolleginnen und Kollegen - bereits nach sechs Krankheitstagen weitaus schneller wieder fit. Insbesondere bei Betrieben mit vielen Auszubildenden und jungen Beschäftigten sind verhältnismäßig viele Krankmeldungen zu erwarten.

Psychische Störungen auch bei jungen Erwachsenen

Bereits im jungen Erwerbsalter werden im Rahmen der gesundheitlichen Versorgung eine Vielzahl von Diagnosen erfasst. Demnach war jeder Vierte der 18- bis 25jährigen im Schwalm-Eder-Kreis im letzten Jahr von einer psychischen Störung betroffen. Über eine Erkrankung an der Wirbelsäule – oft verbunden mit Rückenschmerzen – klagte bereits jeder fünfte junge Berufstätige. „Wir müssen also dringend etwas unternehmen, um die jungen Menschen fit zu machen für ein motiviertes, leistungsfähiges und gesundes Berufsleben“, so Alexander Werner. Mit einem Workshop „Azubi-fit“ wendet sich die Barmer in Melsungen deshalb an alle Berufsstarter und lädt die örtlichen Unternehmen ein, die Gesundheitskompetenz ihrer Azubis zu wecken und zu verbessern. „Innerhalb der ersten Ausbildungswochen durchlaufen die Azubis eines Betriebes einen dreistündigen Fitnesszirkel“, erklärt Werner das Modell. Durch Messungen an unterschiedlichen Trainingsgeräten können die Vitalwerte im Bereich Cardio und Rücken festgestellt werden. Eine Bodyanalyse und eine Handkraftmessung ergänzen den Check. Jeder Azubi erhält ein persönliches Feedback mit Anmerkungen und Tipps, um mögliche Defizite auszugleichen. „Mit diesem Programm können Arbeitgeber einen neuen Baustein in ihr betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) einbetten und speziell etwas für ihre Berufsstarter anbieten“, so Werner.

Workshop-Termine:
3. August von 9 bis 12 Uhr
7. August von 9 bis 12 Uhr
Medizinischen Gesundheitszentrum Melsungen
Dreuxallee 35
34212 Melsungen

Anmeldungen:
Alexander Werner, BARMER Melsungen, Tel. 0800 333 004 301501
alexander.werner@barmer.de

Webcode dieser Seite: p009922 Autor: Barmer Erstellt am: 26.07.2018 Letzte Aktualisierung am: 26.07.2018
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