Hoher Blutverbrauch in Hamburg – Patient Blood Management einsetzen

Hamburg, 18. Dezember 2019 – Kein Land benötigt so viel Spenderblut wie Deutschland. Mehr als 3,2 Millionen Blutkonserven wurden allein im Jahr 2017 bei Operationen eingesetzt. Auf Hamburg bezogen entspricht das hochgerechnet rund 71.200 verabreichten Bluttransfusionen. Deutsche Krankenhäuser könnten rund eine Million Blutkonserven pro Jahr einsparen, wenn sie das Behandlungskonzept Patient Blood Management (PBM) umsetzten. Zu dem Schluss kommt der Barmer-Krankenhausreport 2019. „Demografiebedingt sinkt die Zahl der potenziellen Blutspender, während der Bedarf an Bluttransfusionen steigen wird. PBM umfasst Maßnahmen für den effizienten Umgang mit Blutprodukten und erhöht die Patientensicherheit. Unnötige Blutverluste werden reduziert und Transfusionen samt ihren Risiken seltener“, erklärt Frank Liedtke, Landesgeschäftsführer der Barmer in Hamburg.

PBM vor allem für Hamburger Anämie-Patienten hilfreich

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind 25 Prozent der Weltbevölkerung von Anämie (Blutarmut) betroffen. In Hamburg erhielten im Jahr 2018 hochgerechnet 76.000 Menschen die ärztliche Diagnose Anämie. Wie die aktuelle Analyse der Barmer zeigt, erhalten Anämie-Patienten signifikant häufiger Bluttransfusionen und müssen länger im Krankenhaus bleiben als Patienten ohne Blutarmut. „Wird die Anämie nicht behandelt, weisen die Betroffenen nicht nur schlechtere Behandlungsergebnisse auf, auch die Sterblichkeitsrate ist bei Eingriffen, beispielsweise einer Herzkranzgefäß-OP, höher. Planbare Operationen sollten möglichst nur noch nach einer Behandlung der Blutarmut erfolgen“, so Liedtke.

Dr. med. Sven Peine, Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf:
„Blut ist eine wertvolle und endliche Ressource. Im Sinne unserer Patienten und Blutspender achten wir am UKE beispielsweise darauf, dass wir Blutkonserven nur einsetzen, wenn sie wirklich benötig werden und die Blutabnahmen auf Station sehr sorgfältig planen, um den zusätzlichen Blutverlust im Krankenhaus so gering wie möglich zu halten.“ 

Webcode dieser Seite: p014346 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 18.12.2019
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