Modellprojekt zur sektorübergreifenden Versorgung

Versorgung aus einer Hand

Menschen mit psychischen Erkrankungen haben oft wesentlich bessere Heilungschancen, wenn sie nach einem stationären Aufenthalt zu Hause von den gleichen Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften betreut werden wie im Krankenhaus. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommen Barmer und die Alexianer St. Hedwig Kliniken Berlin, die seit knapp zwei Jahren ein gemeinsames Modellvorhaben zur sektorenübergreifenden Versorgung durchführen. Auf einer Pressekonferenz am 15. Dezember 2016 zogen die beiden Partner eine positive Zwischenbilanz.

Behandlungskontinuität auch nach stationärem Aufenthalt

„Das Modellprojekt zeigt, dass der Schlüssel für eine Steigerung der Behandlungsqualität und für einen effektiven Einsatz finanzieller Mittel in der sinnvollen Verknüpfung von stationären und ambulanten Leistungen liegt“, sagte Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg vor Journalisten. Im Rahmen des Modellprojekts stellt die Barmer seit dem Jahr 2014 ein jährliches Budget zur Verfügung, das die Alexianer St. Hedwig Kliniken mit ihren beiden Standorten, dem Alexianer St. Hedwig Krankenhaus in Berlin-Mitte und dem Alexianer Krankenhaus Hedwigshöhe in Berlin-Treptow-Köpenick flexibel für die Patientenversorgung einsetzen. Den rund 1.000 teilnehmenden Patienten wird dadurch eine Behandlungskontinuität sowohl während als auch nach der stationären Behandlung ermöglicht. Hierfür arbeitet das Behandlungsteam stationsübergreifend und kümmert sich auch nach der Entlassung um die Patienten. Das Modellprojekt ermöglicht außerdem, die Therapie nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten und der jeweiligen Situation zu Hause auszurichten. Die Wiedereingliederung in den Alltag, die für psychisch erkrankte Menschen mit großen Herausforderungen verbunden ist, wird so erleichtert.

Re-Hospitalisierungen werden reduziert

„Die ersten Erfahrungen des Modellprojekts weisen darauf hin, dass wir die hohe Zahl der Re-Hospitalisierungen bei psychisch erkrankten Menschen reduzieren können“, so Leyh. Auch Dr. med. Christiane Montag, leitende Oberärztin der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus, zeigte sich zufrieden: „Mit dem Modellprojekt können wir Therapeuten endlich effektiv und nachhaltig arbeiten. Gerade die Behandlung von Menschen mit schwereren seelischen Erkrankungen erfordert einen längerfristigen Horizont und flexibles Reagieren auf die aktuelle gesundheitliche Situation des Patienten.“

Webcode dieser Seite: p007087 Autor: Barmer Erstellt am: 09.01.2017 Letzte Aktualisierung am: 09.01.2017
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